Pressemeldung
27.05.2008
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Nur jeder fünfte Reisende kennt Infektionsrisiken im Reiseland
Nordeuropäischer Kongress für Reisemedizin
Die Gefahr, sich im Urlaub mit gefährlichen Krankheitserregern anzustecken, ist nur etwa 20% der Reisenden bekannt. Dies ist das Ergebnis einer Befragung unter mehr als 8.000 Touristen, die im Rahmen des nordeuropäischen Kongresses für Reisemedizin in Helsinki (NECTM) vorgestellt wurde.
Die Art der Reise scheint dabei keine große Rolle zu spielen. Unabhängig davon, ob ein Pauschal-Urlaub im Hotel oder eine Abenteuer-Reise gebucht wurde, hatten über 85% der Befragten keine Informationen zu möglichen Gesundheitsgefahren im Reiseland eingeholt. Und auch unter den Touristen, die angaben, über mögliche Ansteckungsrisiken informiert zu sein, ließ sich nur etwa ein Viertel im Vorfeld reisemedizinisch beraten. "Diese Ergebnisse sind erschreckend – decken sich aber leider mit unseren Erfahrungen", so Prof. Dr. Hans Dieter Nothdurft vom Tropeninstitut in München. "Es ist unglaublich, wie viele Touristen völlig unvorbereitet z.B. in die Tropen reisen."
Die zunehmende Beliebtheit von preiswerten Urlaubszielen im Osten und Südosten Europas ist ebenfalls mit Gesundheitsrisiken verbunden. Gerade in den Ländern des ehemaligen Ostblocks entsprechen die hygienischen Standards oft nicht westlichen Maßstäben. "In den letzten Jahren gab es zahlreiche Ausbrüche von verschiedenen Infektionskrankheiten: Diphtherie und Tuberkulose in Russland, Masern in Rumänien und Hepatitis in Bulgarien – um nur einige zu nennen. Auch die hohen Temperaturen in den Sommermonaten können die Ausbreitung von bestimmten Krankheitserregern begünstigen", warnt Nothdurft.
Impfzyklen häufig nicht abgeschlossen
Gegen einige potenziell tödliche Infektionskrankheiten sollte man sich unbedingt impfen lassen. "Wir empfehlen Auffrischimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis und Pertussis. Darüber hinaus sind Impfungen gegen Hepatitis A und B für fast alle Reiseziele im Osten und Süden Europas dringend anzuraten", so Nothdurft weiter. Und auch die Komplettierung des Impfschutzes mahnt der Reisemediziner an. "Nur etwa jeder Dritte schließt den angefangenen Impfzyklus ab. Das kann fatale Folgen haben, denn eine komplette Immunisierung ist erforderlich, damit sich der Impfschutz vollständig aufbaut." So muss beispielsweise die Kombinations-Impfung gegen Hepatitis A und B vier Wochen und sechs Monate nach der ersten Impfung wiederholt werden. Erst dann ist der Impfzyklus komplett und schützt für mindestens zehn Jahre vor diesen gefährlichen infektiösen Leberentzündungen.
Eine aktuelle Liste der Krankenkassen, die Reiseimpfungen erstatten, ist auf der Internetseite des Berufsverbandes Deutscher Internisten www.internisten-im-netz.de oder www.fit-for-travel.de abrufbar.
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