GlaxoSmithKline verleiht Stipendium für Parkinsonforschung:
Preisträger untersuchen molekulare Mechanismen der Erkrankung

Dr. Monika Pötter-Nerger und Dr. Oliver Kaut nahmen im Rahmen des Kongresses der Deutschen Parkinson-Gesellschaft (DPG) im März 2009 das Stipendium für klinische und präklinische Projekte auf dem Gebiet der Parkinsonforschung von Professor Heinz Reichmann, Zweiter Vorsitzender der DPG, entgegen. Die Preisträger teilen sich das von GlaxoSmithKline (GSK) unterstützte Stipendium in Höhe von insgesamt 25.000 Euro.

„Bei Parkinson-Patienten nehmen Gangstörungen und Stürze bei fortschreitender Erkrankung zu“, so Dr. Pötter-Nerger von der Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Kiel. Dies hat funktionelle Einschränkungen im Alltag, ein Verletzungsrisiko sowie eine Verminderung der Lebensqualität zur Folge. Die Gangstörungen scheinen zum einen mit einem zunehmenden Verlust von motorischen Nervenkernen im Hirnstamm einherzugehen, die an der Koordination und Ausführung des Gehens beteiligt sind. Zum anderen scheinen die Gangstörungen aber auch durch Gleichgewichtsstörungen bedingt zu sein. Deshalb soll die Funktion des Gleichgewichts-Traktes im Gehirn bei Patienten mit Morbus Parkinson oder mit atypischen Parkinsonsyndromen mit unterschiedlichen Ausprägungen der Gangstörung untersucht werden. Darüber hinaus werden auch die therapeutischen Einflüsse dopaminerger Medikamente und der tiefen Hirnstimulation (einem operativen Verfahren) auf diesen Trakt im Gehirn analysiert.

Dr. Kaut beschäftigt sich an der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Bonn mit molekularen Mechanismen der Aktivierung und Deaktivierung von Genabschnitten (DNA-Methylierung) bei Parkinson-Patienten. „So genannte epigenetische Prozesse können beispielsweise bei Erkrankungen wie Parkinson durch eine altersbedingte Veränderung der Gen-Aktivierungsmuster eine entscheidende Rolle spielen“, erklärte Dr. Kaut. Möglicherweise nehmen auch Anti-Parkinson Medikamente selbst Einfluss auf die Gen-Methylierung. Das unterstützte Projekt soll den Aktivitäts-Status der DNA aus weißen Blutkörperchen (Leukozyten) von Parkinson-Patienten, die unterschiedliche Levodopa-Dosierungen erhielten, mit DNA-Proben gesunder Personen vergleichen.

Parkinsonstipendium an junge Wissenschaftler

Laudator Professor Heinz Reichmann (rechts), 2. Vorsitzender der DPG, und Dr. Lars Bergmann (links), Senior Medical Advisor bei GSK, überreichten während des 6. Deutschen Parkinson-Kongresses in Marburg das GSK-Parkinsonstipendium an Dr. Monika Pötter-Nerger (2.v.l.), Kiel, und Dr. Oliver Kaut (2.v.r.), Bonn.

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