Die Geschichte von GSK

Die Geschichte von GlaxoSmithKline reicht bis ins frühe 18. Jahrhundert zurück.

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1700-1799

1715
 
Silvanus Bevan eröffnet 1715 in London eine Apotheke. Der kleine Familienbetrieb wird 80 Jahre später von William Allen und seiner Frau Charlotte Hanbury wesentlich erweitert.

1800-1849

1830
In diesem Jahr gründet John K. Smith seine erste Apotheke in Philadelphia. Elf Jahre später steigt sein jüngerer Bruder George in das Geschäft mit ein.
1830

Das Geschäft betreibt er zunächst mit seinem Schwager John Gilbert. Als dieser sich zurückzieht, übernimmt sein jüngerer Bruder George dessen Aufgaben. Es dauert nicht lange und der Großhandel der beiden Brüder entwickelt sich zu einem bedeutenden Unternehmen.

1842
Thomas Beecham beginnt in England mit dem Verkauf der von ihm entwickelten Beecham's Pills - einem Abführmittel, das sich schnell sehr erfolgreich vertreiben lässt.
1842

Thomas Beecham ist der Gründer des Beecham-Unternehmens. Der Sohn eines Bauern kommt 1820 im englischen Oxfordshire zur Welt. Im Alter von acht Jahren beginnt er als Schafhüter zu arbeiten. Dabei macht er eine wichtige Endeckung: Beecham beobachtet, dass die Tiere bestimmte Gräser bevorzugen. Er beginnt die Wirkung der Kräuter systematisch zu untersuchen und erkennt bald darauf deren Potential. Daraufhin beschließt Beecham seine Arbeit aufzugeben und zieht ins nordenglische Wigan. Im Jahr 1842 besitzt er seinen eigenen Laden und beginnt mit dem Verkauf der Beecham-Pillen. Das Geschäft mit dem Abführmittel läuft so gut, dass er sich bald vor allem auf die Herstellung und englandweite Vermarktung konzentriert.

1850-1899

1859
Beecham eröffnet im englischen St. Helens die weltweit erste Fabrik, die ausschließlich Medikamente herstellt.
1859

In diesem Jahr schließt Beecham seinen Laden in Wigan und zieht ins nahe gelegene St. Helens. In der kleinen Industriestadt richtet er seine erste, größere Fabrik ein. Beecham tüftelt dort wichtige, neue Produktionsmethoden aus. Das war ein notwendiger Schritt, denn sein Absatzmarkt reicht inzwischen bis Afrika und Australien.

1865
Mahlon Kline steigt als Buchhalter bei Smith and Shoemaker (Nachfolger von John K. Smith & Co) ein.
1865

Mahlon Kline beginnt mit nur 19 Jahren seine Arbeit als Buchhalter bei Smith and Shoemaker, dem Nachfolger von John K. Smith & Co.

Kline erweist sich als wissbegieriger und ehrgeiziger junger Mann. Schnell sucht er sich weitere Aufgaben und arbeitet zusätzlich als Verkäufer. Kline ist so erfolgreich, dass er den Kundenkreis innerhalb weniger Jahre erheblich erweitern kann. Um sein Wissen in allen Bereichen zu vertiefen, besucht Kline verschiedene Kurse an der Universität von Philadelphia. Dabei konzentriert er sich auf die Medizin und Pharmazie.

1873
In diesem Jahr gründet Joseph Nathan ein Handelsunternehmen im neuseeländischen Wellington. Zwanzig Jahre zuvor hatte er als 17-jähriger England verlassen, um neue geschäftliche Möglichkeiten zu finden. Sein Betrieb wird der Grundstein für das spätere Unternehmen Glaxo.
1873

Die Geschichte von Glaxo startet mit Joseph Nathan. Der Sohn eines Londoner Schneiders war 1853 im Alter von 17 Jahren nach Australien ausgewandert. Nach einigen Jahren zieht es ihn nach Neuseeland, um im Handelsunternehmen seines Schwagers mitzuarbeiten. Der macht ihn auch bald zum gleichwertigen Partner. Doch 1873 lösen beide diese Verbindung und Joseph Nathan gründet seinen eigenen Betrieb. Die starken Handelsbeziehungen zum Vereinigten Königreich bleiben allerdings bestehen, so dass Nathan schon drei Jahre später ein Büro in London eröffnet.

Für den Familienbetrieb erweist sich die in der neuseeländischen Molkerei hergestellte Magermilch als wichtigster Baustein für den geschäftlichen Durchbruch. Der Betrieb ist jedoch mit mehreren Produkten erfolgreich. So beliefert die Joseph Nathan Company das Vereinigte Königreich seit Jahren mit Butter. Darüber hinaus produziert Joseph Nathan ein spezielles Milchpulver, das in großen Mengen u.a. an das Militär verkauft wird.

Als die Wissenschaft die positive Wirkung von Milchpulver als Babynahrung erkennt, ändert Nathan den Namen und nennt es fortan Glaxo. Diesen Markennamen lässt er 1906 schützen. Um das neue Produkt bestmöglich zu vermarkten, schickt er den jüngsten seiner drei Söhne, Alec, zurück nach England. Erst um 1911 setzt sich Milchpulver allerdings aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse als bessere Alternative in der Baby-Ernährung durch.

1875
Mahlon Kline übernimmt bei Smith und Shoemaker weitere Aufgaben als Verkäufer und erweitert den Betrieb erfolgreich um wichtige Kunden. Sein Einsatz lohnt sich. Das Unternehmen benennt sich um in SmithKline& Company.
1875

Der ehrgeizige und engagierte Kline erweitert das Unternehmen so nachhaltig, dass Smith und Shoemaker zum größten pharmazeutischen Unternehmen in der Region um Philadelphia aufsteigen. Die Produktpalette umfasst jetzt ein breites Spektrum an Basismedikamenten. Um seine Leistung zu honorieren, heißt das Unternehmen ab 1875 SmithKline& Company.

1880
In London gründen die amerikanischen Apotheker Henry Wellcome und Silas Burroughs die Burroughs Wellcome & Company.
1880

Henry Wellcome kommt 1853 auf einer sehr fortschrittlich orientierten Farm im Mittleren Westen Amerikas auf die Welt. Von Kindesbeinen an beeinflusst ihn vor allem sein Onkel, der als Arzt auch eine kleine Apotheke betreibt.

Nach dem Abschluss in Pharmazie an der Universität von Philadelphia beginnt er seine Karriere bei McKesson und Robbins - ein zu jener Zeit bedeutendes Pharmaunternehmen. Seine Arbeit als Verkaufsrepräsentant führt ihn lang und oft nach Südamerika. Dort studiert er vor allem die Chinarinde-Wälder sowie die Produktion von Chinin. Diese Kenntnisse sind der Grundstein für seinen späteren geschäftlichen Erfolg.

Silas Burroughs, ein in London lebender Freund und Apotheker lädt Wellcome nach England ein, um über mögliche geschäftliche Verbindungen nachzudenken. Die Idee ist einfach: Sie wollen amerikanische Medikamente im Vereinigten Königreich verkaufen.

Im Jahr 1880 gelingt es, die Partnerschaft zu formalisieren: Die Burroughs Wellcome Company wird gegründet. Dank des charismatischen und ideenreichen Verkäufers Wellcome floriert das Geschäft schnell. Wellcome nutzt geschickt alle Möglichkeiten der Werbung, organisiert medizinische und wissenschaftliche Konferenzen und lässt 1884 seine komprimierten Arzneien in Tablettenform unter dem Namen "Tabloid" registrieren. Die Firma expandiert in alle Welt. Die Partnerschaft der beiden endet allerdings abrupt nach 15 Jahren mit dem Tod Burroughs. Wellcome führt das Geschäft jetzt allein fort und bereist die ganze Welt. Mit den dabei gewonnen Erkenntnissen trägt er viel zum medizinischen und pharmazeutischen Fortschritt in diesen Jahren bei. Im Laufe der Zeit allerdings verschieben sich seine Interessen. Er widmet sich stärker seiner Leidenschaft für die Wissenschaft und die Archäologie. Seine gesammelten Objekte werden zum Zentrum eines international berühmten Museums über die Geschichte der Medizin.

1884
"Tabloid" wird als Handelsname der Burroughs Wellcome and Company für komprimierte Medikamente in Tablettenform registriert.
1884

Abenteurer, Entdecker, Pioniere der Luftfahrt, Seefahrer und sogar Mitglieder des britischen Königshauses gehören zu den Nutzern der neuen Medikamente in Tablettenform.

Die mit Tabletten gefüllten Boxen sind das Ergebnis der Arbeit von Henry Wellcome. Der Entdecker Sir Henry Stanley ist der erste, der sie für seine Reisen nach Afrika im späten 19. Jahrhundert mit auf den Weg nimmt. Auch Exkursionsgruppen in die Antarktis und in das Everest-Gebirge verwenden eigens hierfür entwickelte Präparate.

Die arktischer Kälte und äquatorialer Hitze resistenten Tabletten fördern auf Jahre hinaus den Verkauf der Produkte von Burroughs Wellcome & Company.

1885
Thomas Beechams Firma erwirbt ein neues Hauptgebäude an der Ecke Silver Street und Water Street im englischen St. Helens. Zwei Jahre später hat diese neue Fabrik als erste in der Region Elektrizität.
1885

Ab den 1860er Jahren übernimmt Thomas Beecham's Sohn Joseph immer mehr Aufgaben im väterlichen Betrieb. Um 1885 ist die Nachfrage an den Beecham-Pillen so groß, dass die alte Fabrik für deren Produktion nicht mehr ausreicht. So baut Beecham eine neue, größere und modernere Produktionsstätte in St. Helen. Für die Menschen aus der Umgebung sieht die neue Anlage eher aus wie ein Palast als eine Fabrik. Sie ist außerdem die erste mit elektrischem Strom.

Beecham wird aber nicht nur für seine Pillen, sondern auch für seinen hohen Standard an Qualität und Hygiene in der Produktion berühmt. Er sorgt stets dafür, dass seine Angestellten weiße Schutzkleidung tragen und in einem möglichst staubfreien Umfeld arbeiten. Darüber hinaus zahlt sich die ehrgeizige und einfallsreiche Marketing-Strategie des Unternehmens aus. Einmal platziert er innerhalb eines Jahres Anzeigen in weltweit über 7 000 Zeitungen. Übersetzt von eigenen Autoren, lässt er jede Anzeige in der jeweiligen Landessprache abdrucken.

1891
SmithKline and Company erwerben French, Richards and Company und erweitern damit ihr Portfolio an Verbraucher-Marken erheblich.
1891

Der ursprünglich von John K Smith gegründete Betrieb wächst im Laufe der Jahre durch mehrere Fusionen und Zukäufe. Der wichtigste Zusammenschluss ist der mit dem renommierten Großhändler French, Richards and Company. Mit einem Schlag vergrößert sich die Produktpalette enorm. Nun gehören hunderte zusätzliche Produkte wie Parfums, Einreibemittel, Gesichtswasser, Haarkuren, Grippemittel und Heilmittel zum Angebot. Der Kauf von French, Richards and Company markiert den Einstieg ins Geschäft mit zahlreichen Verbraucher-Artikeln.

In den frühen Jahren des 19. Jahrhundert verdankt das neue Unternehmen Smith, Kline and French sein Wachstum einer Entdeckung von Joseph England. Er entwickelt Eskay's Neurophosphates, ein Medikament zur Behandlung nervöser Störungen. Der Erfolg von Neuro macht den Namen Smith, Kline and French sogar in Latein Amerika bekannt und das zu einer Zeit als die Handelsbeziehungen zu diesen Ländern noch in den Kinderschuhen stecken. Neuro bleibt bis 1971 auf der Produktliste des Unternehmens.

Seit den 1890er Jahren beginnt Mahlon Kline seine Aufmerksamkeit auf ein branchenweites Problem zu richten: die zeitnahe Belieferung von Kunden mit Medikamenten. Es gelingt ihm schließlich bei Smith, Kline and French erstmals einen Prozess einzuführen, mit dem jede am Morgen eingegangene Bestellung bis zum späten Nachmittag ausgeliefert ist. Außerdem stellt er sicher, dass alle Waren im Rohzustand wie unbearbeitete Medikamente, Balsam oder Wachse von einem Laboranten geprüft werden müssen bevor sie ausgeliefert werden. Ab 1893 wird jedes von Smith, Kline and French hergestelltes Produkt auf Qualität und Reinheit geprüft.

1900-1949

1902
Die Wellcome Tropical Research Laboratories - ein Forschungszentrum für tropische Krankheiten - wird eröffnet.
1902

Die Forschung bei Burroughs Wellcome konzentriert sich zunächst in zwei verschiedenen Einrichtungen, den Wellcome Medical Research Laboratories und den Wellcome Physiological Research Laboratories. Beide waren im letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts gegründet worden. Henry Wellcome's Grundsatz "Unabhängigkeit der Forschung - Freiheit der Veröffentlichung" macht es für viele berühmte Wissenschaftler attraktiv in diesen Institutionen zu arbeiten. Im Jahr 1901 erweitert Burroughs Wellcome seine Kapazitäten um ein Zentrum zur Erforschung tropischer Krankheiten. Die Basis dieser neuen Forschungsanlage steht in Khartum im Sudan. Zur Ausstattung gehört auch ein mobiles Labor auf dem Nil. Damit ist es den Forscherteams möglich Gebiete zu erreichen, die sonst unzugänglich sind. Formell nimmt diese Einrichtung erst 1902 ihren Betrieb auf. Vier Jahre später folgen noch eine Niederlassung von Burroughs Wellcome in New York sowie mehrere Produktions- und Forschungsgebäude in den USA.

Die Forschung in den 20er Jahren findet bei Burroughs Wellcome auf verschiedenen Gebieten statt: primäre und sekundäre Immunantworten, Produktion von Insulin, die Einführung neuer Impfstoffe gegen Diphtherie und die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Gelbfieber. Natürlich bemüht sich das Unternehmen auch um die Vereinfachung und Weiterentwicklung von Produktionsabläufen.

Im Jahr 1924 ist der Betrieb so groß, dass fortan alle Aktivitäten unter der in London neu gegründeten Wellcome Foundation koordiniert werden. Die Erfolgsgeschichte geht noch weiter. Im folgenden Jahrzehnt gelingt es Digoxin aus dem Blatt der Digitalis zu isolieren. Es wird zu einem Standardpräparat bei der Behandlung kongestiver Herzinsuffizienz. Außerdem kann ein Globin-Zink-Insulin entwickelt und das erste reine Kurare-Alkaloid produziert werden.

Im Jahr 1936 stirbt Sir Henry Wellcome im Alter von 82 Jahren. In seinem Testament verfügt er, den Wellcome Trust einzurichten. Das ist eine gemeinnützige Stiftung um weltweit die medizinische Forschung zu unterstützen.

1904
 
In Neuseeland beginnt Nathan mit der Produktion von Milchpulver. Henry Dale beginnt seine Arbeit bei Burroughs Wellcome. Umfangreiche Forschung und Entdeckungen kennzeichnen seine Karriere. Vor allem widmet er sich der Forschung an der chemischen Übertragung von Nervenimpulsen.
1906
In diesem Jahr registriert Joseph Nathan Glaxo als Markenname für Milchpulver. Burroughs Wellcome eröffnet eine Niederlassung in New York.
1906

Die Direktoren der Joseph Nathan Company hatten schnell bemerkt, dass ihr Milchpulver unter dem bisherigen Namen Defiance nicht gut zu vermarkten war. Also suchten sie nach Alternativen. Sie entscheiden sich zunächst für Lacto. Doch das entpuppt sich als ungeeignet, da bereits ähnlich klingende Produktnamen auf dem Markt sind. Nachdem sie mehrfach die Buchstaben umgestellt hatten, landen sie schließlich bei Glaxo. Im Oktober 1906 wird Glaxo ins Markenregister eingetragen.

1908
In London eröffnet die "Glaxo-Filiale" der Joseph Nathan Company und das erste Buch über Babys erscheint auf dem Markt.
1908

Das "Glaxo Baby Buch" war etwas vollkommen Neues. Zum ersten Mal wurde versucht, Müttern Antworten auf die Frage nach der richtigen Ernährung von Neugeborenen und Kleinstkindern zu geben. Das Buch bleibt bis in die 1970er Jahre auf dem Markt. Es gibt Müttern praktische Hinweise, informiert sie aber auch über neue Erkenntnisse der Wissenschaft. Der Slogan "Glaxo - the Food that Builds Bonnie Babies" wird zu einem vertrauten Spruch in vielen Werbekampagnen von Nathan zu dieser Zeit.

1910
Smith, Kline and French ergänzt die Produktpalette um die "Blue Line". Das Angebot umfasst nun auch Lotion aus Giftefeu, Eisentabletten und Lutschpastillen.
1910

In diesem Jahr wächst Smith, Kline and French kräftig. Grund dafür sind die im Rahmen der "Blue Line" auf den Markt gebrachten Produkte. Sie erweiten das Sortiment an Artikeln für den täglichen Bedarf beträchtlich und werden von den Kunden gut angenommen.

1913
 
In diesem Jahr werden erstmals eine Million Beecham-Pillen pro Tag produziert.
1919
 
Alex C Maclean gründet ein Unternehmen, das die Produkte von Apothekern unter deren eigenen Namen herstellt. Mahlon Kline verschickt zum ersten Mal pharmazeutische Proben per Post an Ärzte überall in den USA.
1924
Das Vitamin-D-Präparat Ostelin wird Glaxo's erstes pharmazeutisches Produkt. Die Wellcome-Stiftung wird ins Leben gerufen und Philip Hill kauft den Beecham Besitz auf. Hill erkennt, dass Beecham's Geschäft mit den Pillen die Grundlage für einen großen Konzern bilden könnte.
1924

In Neuseeland arbeitet die Nathan Company weiter unter Louis Nathan. Doch es zeigt sich immer stärker, dass der Großteil der Geschäfte mittlerweile unter der Führung seines Bruders Alec in England gemacht wird. Grund dafür ist auch der Erste Weltkrieg. Dieser hat den Bedarf an Milchpulver in die Höhe schnellen lassen. Die Sorge um die Qualität und Sicherheit des Milchpulvers sorgen darüber hinaus für eine Reihe technischer Verbesserungen. Mit Harry Jephcott tritt 1919 ein Mann mit chemischen und pharmazeutischen Qualifikationen in das Unternehmen ein, der die Nathan Company neu ausrichtet. Ihm gelingt es, Vitamin D aus dem Öl der Leber von Fischen zu isolieren. Das Resultat: das erste pharmazeutische Produkt der "Glaxo"-Abteilung in England, Ostelin Liquid, kommt 1924 auf den Markt. In den 20er und 30er Jahren entwickelt sich die Nathan Company rasant. Es gelingt zahlreiche neue Niederlassungen zu etablieren. Im Jahr 1927 übernimmt Alec Nathan den Vorsitz in der Firma. Es entstehen 1935 neue und größere Gebäude in Greenford am westlichen Stadtrand von London. Die englische "Glaxo"-Abteilung gibt sich jetzt einen eigenen Namen, die Glaxo Laboratories Ltd. Und wird juristisch eine Tochterfirma der Nathan Company. In den Folgejahren erweitert sich das Produktangebot immer stärker. Während des Zweiten Weltkriegs konzentriert sich Glaxo auf die Produktion von Penicillin. Mitte der 40er Jahre stammen 80 Prozent der Penicillin-Einheiten in Großbritannien aus dem Hause Glaxo.

Im Jahr 1923 erhält sowohl Allen and Hanburys als auch die Burroughs Wellcome Company die Lizenz zur Produktion von Insulin, um damit Diabetes zu behandeln.

1926
Beecham bringt ein Heilmittel gegen Erkältung auf den Markt.
1926

Der Finanzmakler Philip Hill hatte zwei Jahre zuvor den gesamten Besitz von Thomas Beecham aufgekauft. Er war davon überzeugt, dass sich die Geschäfte von Beecham durch Diversifikation so ausbauen ließen, dass ein großer Konzern daraus erwächst. 1926 kommen eine Reihe schmerzstillender Medikamente sowie Arzneien gegen Erkrankungen der Atemwege auf den Markt. Es beginnt eine Periode der Expansion durch Zukäufe. Das war zu dieser Zeit noch nicht sehr verbreitet. Für Beecham wird es ein wesentliches Element der Geschäftspolitik. Seit 1847 hatte sich Beecham von einer Bude auf dem Markt zu einem national operierenden Unternehmen entwickelt, das täglich eine Million Pillen herstellt.

1929
 
Smith Kline and French Company gibt sich einen neuen Namen. Fortan heißt das Unternehmen Smith Kline and French Laboratories. Damit soll der neue Forschungsschwerpunkt auch im Namen bekannt gemacht werden.
1930
 
Sydney Smith von Wellcome isoliert Glykoside der Digitalis lanata, einer Sorte des Fingerhuts. Lanozin (digoxin) wird seither bei der Behandlung von Herzkrankheiten eingesetzt.
1935
 
In Greenford nahe London entstehen die Hauptgebäude der neu formierten Glaxo Laboratories.
1936
 
Mit seinem Testament überträgt Sir Henry Wellcome den alleinigen Besitz an der Wellcome Foundation Ltd. Auf eine gemeinnützige Organisation zugunsten medizinischer Forschung. Sie besteht bis heute unter dem Namen Wellcome Trust.
Sir Henry Dale von Wellcome erhält in diesem Jahr den Nobelpreis für Medizin für seine Forschung an der chemischen Übertragung von Nervenimpulsen.
1938
Beecham erwirbt Macleans Ltd und Eno's Proprietaries Ltd. Damit kommen Macleans' Zahnpasta sowie der Energy-Drink Lucozade zur Produktpalette hinzu.
1938

In diesem Jahr kauft Beecham zwei wichtige Betriebe. Der erste ist Macleans. Für Beecham ist dies ein Meilenstein, denn jetzt kommen nicht nur wichtige Produkte wie Zahnpasta und der Energy-Drink Lucozade ins Sortiment, sondern auch hoch qualifizierte Mitarbeiter. Unter ihnen ist HG Lazell. Er wird später zum Vater des Erfolgs beim Handel mit rezeptpflichtigen Medikamenten. Lucozade wird ein richtiger Verkaufsschlager. Innerhalb von 15 Jahren produziert der Verkauf dieses Getränks rund die Hälfte von Beechams Gesamtgewinn. Der Kauf von Macleans markiert so Beechams Einstieg in den Handel mit Mundpflegeprodukten und Getränken.

Genauso wichtig ist der Kauf von Eno's Proprietaries Ltd. Neben wichtigen Produkten wie den säurebindenden Eno's Früchte Salzen erhält Beecham mit einem Schlag ein gut ausgebautes Vertriebsnetz in Mittel- und Südamerika, Südafrika, Australien, Neuseeland und Westeuropa.

Das Geschäft mit "gemälzter" Milch der Firma Horlick ist in den vergangenen Jahren marktgerecht gewachsen. Doch in den frühen 30er Jahren verändert Horlick die Strategie. Fortan wird das Wort Malz auf dem Produkt weggelassen und stattdessen werden die Vorzüge der Milch als idealem Schlummertrunk angepriesen.

Ebenfalls im Jahr 1938 wird entdeckt, dass der Sirup der schwarzen Johannisbeere einen extrem hohen Anteil an Vitamin C enthält. Dieser Sirup dient als Grundlage für Milchmixgetränke. Unter dem Namen Ribena (aus dem Lateinischen für blackcurrant Ribes negrum) wird das Getränk vor allem durch Krankenhäuser vertrieben. Während des Zweiten Weltkriegs erhalten es auch Kinder kostenlos.

1939
 
Beecham kauft County Perfumery Co Ltd. Diese stellt Brylcreem her - ein bekanntes Haarpflegemittel für Männer.
1943
Die Beecham Research Laboratories werden gegründet. Sie sollen Basisarbeit auf dem Gebiet der pharmazeutischen Forschung leisten.
1943

Diese Gründung geht zurück auf die Arbeit von HG Lazell. Er hatte stets an die Wichtigkeit von wissenschaftlicher Forschung geglaubt. Im Jahr 1943 hat er die führenden Leute endlich soweit, seine Philosophie anzunehmen. Die Beecham Research Laboratories werden gegründet. Sie sollen sich der pharmazeutischen Grundlagenforschung widmen. Bereits zwei Jahre später erwirbt Beecham mit dem Brockham Park im Süden Englands ein Stück Land auf dem wiederum zwei Jahre später die neuen Forschungseinrichtungen in Betrieb genommen werden. Hier machen die Beecham-Forscher alle ihre wichtigen Entdeckungen.

Penicillin (das weltweit erste Antibiotikum) gilt viele Jahre seit der Entdeckung geradezu als Wundermittel. Doch Ende der 40er Jahre wird vor allem in Kliniken ein Problem immer offenkundiger: Durch die häufige Verwendung von Penicillin, erweisen sich immer mehr Bakterien als resistent. Häufig müssen ganze Stationen in Krankenhäusern wegen Infektionen geschlossen werden. Hier gelingt es den Forschern vom Brockham Park anzusetzen. Im Jahr 1959 werden sie über Nacht berühmt, als sie den penicillin nucleus 6-APA entdecken. Davon ausgehend, gelingt es Wissenschaftlern eine praktisch unendliche Anzahl von neuen, halbsynthetischen Penicillin herzustellen. Diese können genau jene problematischen Entzündungen effektiv behandeln. Schon in den 60er Jahren produziert Beecham eine große Bandbreite an Antibiotika, darunter das weltweit erste halbsynthetische Penicillin. In den kommenden 20 Jahren entwickelt sich das Unternehmen zu einem führenden Anbieter von anti-infektiösen Medikamenten.

1945
 
Die Beecham Group Ltd. Wird ins Leben gerufen. In ihr gehen die Beecham Pills Ltd. Und Beecham Estates Ltd. Sowie die Beecham Laboratories auf.
1947
Die Geschäfte der Joseph Nathan Company gehen nun endgültig in den Aktivitäten der Glaxo Laboratories auf. Glaxo wird das Mutterunternehmen und ist künftig an der Londoner Börse notiert. Beecham ergänzt seine Gebäude in Brockham Park mit neuen Forschungseinrichtungen.
1947

Das Ende der Ära Nathan bei Glaxo beginnt 1945 mit dem Rückzug Alec Nathans. Nur wenige Jahre danach wandelt sich Glaxo in eine Aktiengesellschaft und die ursprüngliche Firma Joseph Nathan and Company hört auf zu existieren. Schnell werden jetzt die Bereiche Forschung und Entwicklung gestärkt. Mit großem Erfolg. So kann der erste kombinierte Impfstoff gegen schlimmen Husten und Diphtherie sowie Crystapen, eine stabilere, weiße kristallinische Form von Penicillin auf den Markt gebracht werden.

Außerdem vergrößert die neue Aktiengesellschaft die Produktionskapazitäten erheblich. In Ulverston im Nordwesten Englands entsteht eine eigens für die Antibiotika-Produktion errichtete Fabrik. Diese entwickelt sich im Laufe der Zeit zum wichtigsten Produktionsstandort.

Aber die frühen 50er Jahre bringen noch mehr: Penicillin in Tablettenform, eine Vielzahl von Nahrungsergänzungsmitteln, ein dreifach Impfstoff gegen Diphtherie, schlimmen Husten und Tetanus sowie eine eigene Abteilung für Veterinärmedizin. Die versorgt Tierärzte bald mit abgewandelten Versionen wichtiger Medikamente. Der wichtigste Fortschritt in diesen Jahren ist jedoch der Einstieg in die Produktion von Kortison. Seit 1955 wird eine Reihe von Kortikoiden eingeführt, um Krankheiten wie rheumatische Arthritis oder Erkrankungen der Atemwege zu behandeln. Zusätzlich kommt eine neue Serie von Antibiotika, bekannt unter dem Namen Cephalosprine auf den Markt. Diese revolutionieren die Medizin ab Mitte der 60er Jahre.

Auch der Kauf von Allen and Hanburys im Jahre 1958 zahlt sich aus. Aus den neu gewonnen Einrichtungen für Forschung und Entwicklung geht 1969 Ventolin (salbutamol) hervor. Es entwickelt sich zum "Gold Standard" unter den Medikamenten zur Behandlung von akuten Asthma-Anfällen. Weitere Produkte sind Betnovate (betamethasone valerate), verschiedene Salben sowie verbesserte Antibiotika

1948
 
Einige wichtige Entdeckungen prägen dieses Jahr. So gelingt es erstmals den Forschern bei Glaxo das Vitamin B12 zur Behandlung von schädlicher Anämie zu isolieren. Ebenso produzieren sie zum ersten Mal Streptomycin zur Behandlung von TB. Auch die anderen Unternehmen sind nicht untätig: Wellcome entwickelt die Polymixin-Anti-Bakterien. Außerdem erwirbt Smith, Kline and French in diesem Jahr neue Gebäude an der Spring Garden Street in Philadelphia.
1949
 
Die Beecham Group Ltd. Erwirbt C L Bencard - ein Unternehmen, das sich auf Allergie-Impfstoffe spezialisiert hat. Es ist der erste Schritt der Beecham-Gruppe in den Handel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.

1950-1999

1950s
1950er Jahre Smith, Kline and French bringt Thorazine (chlorpromazine) auf den Markt. Das Medikament revolutioniert in den folgenden Jahren die Behandlung von Geisteskrankheiten. Es entwickelt sich zum bedeutendsten Produkt innerhalb der ersten Generation von Medikamenten zur Behandlung von Störungen im Zentralen Nervensystem.
1950s

In den 50er Jahren revolutioniert Smith Kline, French mit Thorazine die Behandlung von Geisteskrankheiten. Und das trotz großer Schwierigkeiten zu Beginn. Amerikanische Psychiater lehnen das Medikament zunächst ab. Sie glauben nicht, geistig kranken Patienten mit chemischen Wirkstoffen helfen zu können. Doch klinische Tests beweisen, dass Thorazine geistige Fehlfunktionen korrigieren kann. Thorazine wird darauf zum wichtigsten Medikament erklärt, an dem die Wirkung alle anderen Beruhigungsmittel in den nächsten Jahren gemessen wird.

1952
In diesem Jahr sorgt Smith Kline and French für eine bahnbrechende Erfindung auf dem Arzneimittelmarkt. Dexedrine (dextroamphetamine sulfate) ist das erste Medikament, welches seine Wirkung "zeitversetzt" entwickelt. Vermarktet wird Dexedrine in einer neuartigen Kapselform, einer Spansule. Wellcome bringt 1952 mit Daraprim (pyrimethamine) ein Malaria Medikament auf den Markt.
1952

Seit einigen Jahren hatten die Wissenschaftler bei Smith Kline and French daran getüftelt. Sie suchten nach einem chemischen und mechanischen Weg sicherzustellen, dass Medikamente ihre Wirkung über einen längeren Zeitraum (über Tag oder über Nacht) entwickeln bzw. beibehalten. Im Jahr 1949 kommt Donald McDonnell auf die richtige Idee. Die Lösung ist ein Medikament in Kapselform, bekannt unter dem Namen Spansule. In den Kapseln sind kleine Granulatkügelchen, umhüllt mit Wirkstoffen, die sich zu verschiedenen Zeiten auflösen. Dies ist eine völlig neuartige Form der Verabreichung von Medikamenten. Auf diese Weise kann jetzt mit einer Dosis die gleiche Wirkung über einen längeren Zeitraum erhalten bleiben. Aufgrund der schwierigen und komplexen Herstellung dauert es bis 1952 bis das Medikament auch tatsächlich eingeführt werden kann. Mit Dexedrine werden vor allem psychisch kranke Menschen behandelt. In den folgenden Jahren werden auch andere Arzneien wie beispielsweise Contac, ein Heilmittel gegen Erkältung, auf diese Weise verabreicht. Contac entwickelt sich nach seiner Einführung 1960 sogar zum weltweit erfolgreichsten Medikament bei Erkältungen. Insgesamt bedurfte es über sieben Jahre an Forschungs- und Entwicklungsarbeit in rund 35 000 Arbeitsstunden bis die neue Verabreichungsform marktreif wurde.

1953
Wellcome bringt Purinethol (mercaptopurine), ein Medikament zur Behandlung von Leukämie auf den Markt.
1953

In diesem Jahr gelingen Gertrude Elion und George Hitchings bei Wellcome mit ihrem "rational approach" wegweisende Forschungsergebnisse bei der Krebsbekämpfung. Sie beschäftigen sich vor allem mit den Nukleinsäuren, die das Zellwachstum kontrollieren. Als erster wichtiger Erfolg auf diesem Weg gilt das von Elion und Hitchings synthetisierte 2-Amino-6-Mercaptopurin (späterer Handelsname Purinethol). Schon ein Jahr später wird Purinethol als eines der ersten effektiven Krebsmedikamente erfolgreich bei der Bekämpfung von Leukämie eingesetzt. Während ihrer über 30 -jährigen Zusammenarbeit legen die beiden auch den Grundstein für Wellcome's wachsende Kompetenz auf dem Gebiet der Tropenmedizin. Das von Elion und Hitchings entwickelte Daraprim (pyrimethamine) setzt einen neuen Standard in der Malariaprophylaxe. Ihre Arbeit wird in die Gesundheitsprogramme zahlreicher Entwicklungsländer aufgenommen.

1958
 
Glaxo erwirbt Allen and Hanburys Ltd.
1959
 
Die Wellcome Foundation kauft Cooper, McDougall and Robertson Ltd. Das 1843 gegründete Unternehmen stellt medizinische Produkte für Tiere her.
1958-1959
 
Wellcome startet den Verkauf seiner Actifed antihistamine Produkte. Diese wirken gegen Allergien und Verkühlungen am Kopf.
1960
 
Smith Kline and French bringt mit Contac ein Heilmittel bei Erkältungskrankheiten auf den Markt. Verabreicht wird es in der kapselförmigen Spansule, die eine zeitversetzte Wirkung des Medikaments über einen Zeitraum von zehn bis zwölf Stunden ermöglicht. Außerdem steigt das Unternehmen durch den Kauf von Norden Laboratories in das Geschäft mit gesundheitsfördernden Arzneien für Tiere ein.
In den 1960er Jahren erweitert Beecham seine Produktpalette um Medikamente für Tiere. Grund dafür war die Erkenntnis, dass sich Penicillin auch zur Kontrolle von Krankheiten bei Tieren eignen würde. Davon ausgehend entwickelt Beecham in den folgenden Jahren zahlreiche Vitamin-, Mineral- und Proteinprodukte für Tiere. Eines davon ist Orbenin. Es erwirbt sich rasch einen guten Ruf wegen seiner großen Verlässlichkeit.
1963
 
Betnovate (betamethasone) wird das erste von Glaxo's Produkten an Steroiden zur Behandlung von Hautkrankheiten. Außerdem erwirbt Smith Kline and French in diesem Jahr das auf Impfstoffprodukte spezialisierte Unternehmen RIT (Recherche et Industrie Therapeutiques).
1968
Wellcome bringt Septrin (co-trimoxazole), ein Anti-Bakterium auf den Markt.
1968

George Hitchings und Gertrude Elion sind dafür verantwortlich. Ihnen gelingt es, synthetisiertes Trimethoprim mit einem Sulfamid zu kombinieren und so den ein breites Spektrum abdeckenden antibakteriellen Wirkstoff Septrin (co-trimoxazole) herzustellen. Dieses wird weltweit eines der wichtigsten antibakteriellen Medikamente.

1969
Glaxo führt das Asthma-Produkt Ventolin unter dem Markennamen der neu erworbenen Firma Allen and Hanburys ein. Außerdem kommt Ceporex, Glaxos erstes orales cephalosporin-Antibiotikum auf den Markt. Smith Kline and French steigt durch den Kauf mehrerer Labore in den USA und Kanada in das Geschäft mit klinischer Forschung ein.
1969

Der "rationale Ansatz" gewinnt auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung bei pharmazeutischen Unternehmen immer stärker an Bedeutung. So auch bei Glaxo. Hier konzentrieren sich David Jack und seine Kollegen auf die Entdeckung chemischer Substanzen, um die natürlichen Mediatoren wie Transmitter, Hormone und Enzyme zu manipulieren. Denn sie sind es, die ganz bestimmte Effekte in den Organen der Patienten auslösen können. Ein früher Erfolg ist 1969 die Markteinführung von Ventolin (salbutamol). Es wird zum "Gold Standard" bei der Behandlung akuter Asthmaanfälle.

Der Erfolg führt zu einer Reihe von weiteren Präparaten, die mittels selektiver Stimulation von Rezeptoren in den Muskeln der Bronchien, blockierte Atemwege wieder öffnen sollen.

1970
 
Burroughs Wellcome verlegt seine Produktionsstätte von New York nach Greenville im US-Bundesstaat North Carolina.
1971
 
Wellcome bringt den Impfstoff Rubella auf den Markt. Außerdem nimmt das Unternehmen sein neues Forschungszentrum im Triangle Park im US-Bundesstaat North Carolina in Betrieb.
1972
In diesem Jahr entdecken die Wissenschaftler von Beecham Research Lab. Amoxycillin. Unter dem Namen Amoxil wird das Antibiotikum zu einem oft verschriebenen Medikament. Die Beecham-Gruppe scheitert mit dem Versuch die Glaxo Group Ltd. Zu übernehmen. Gleichzeitig gelingt es der Glaxo-Gruppe ihrerseits auch nicht mit dem britischen Pharmaunternehmen Boots zu verschmelzen. Das Steroid beclomethasone dipropionate kommt unter dem Namen Sanasthmyl (beclomethasone dipropionate) als Mittel gegen Asthma auf den Markt. Nur drei Jahre später folgt Beconase zur Behandlung von Rhinitis.
1972

Amoxycillin erweist sich bei der Bekämpfung bakterieller Infektionen an Hals und Ohren bei kleinen Kindern so wirkungsvoll, dass es zeitweise zum weltweit am häufigsten verwendeten Antibiotikum wird.

1972 unternimmt die Beecham-Gruppe den Versuch Glaxo zu übernehmen. Doch das Unterfangen scheitert. Als Maßnahme zur Abwehr der Übernahme versucht Glaxo sich durch den Zusammenschluss mit dem britischen Boots-Konzern seinerseits so zu vergrößern, dass eine Übernahme durch Beecham nicht mehr möglich wird. Am Ende scheitern die Pläne aller Beteiligten am Einspruch der britischen Monopol-Kommission. Glaxo gibt sich daraufhin einen neuen Namen und nennt sich künftig Glaxo Holdings.

1976
Wissenschaftlern von SmithKline and French gelingt es, ein richtungweisendes Medikament zu entwickeln. Der H2 Blocker Tagamet (cimetidine) revolutioniert ab 1976 die Therapie von Magendarmgeschwüren
1976

Tagamet ist das erste Medikament, das später Verkaufszahlen von über einer Milliarde Dollar pro Jahr erreicht. Nach seiner Markteinführung, zunächst in Großbritannien und kurz darauf auch in den USA, verkauft es sich schnell in aller Welt. Es entwickelt sich zu einem der am häufigsten verschriebenen Medikamente überhaupt. Sir James Black erhält 1988 für seine Forschung an Beta-Blockern und der Entdeckung von Tagametden Nobelpreis für Medizin.

1978
 
Mit dem Kauf der Meyer Laboratories startet Glaxo seine Geschäfte in den USA. Außerdem führt Glaxo in diesem Jahr das Breitband-Antibiotikum Zinacef (cefuroxime) ein.
1981
In diesem Jahr bringt Glaxo Zantac (ranitidine) auf den Markt. Es wird 1986 das am häufigsten verkaufte Medikament. Ebenso wichtig wird das 1981 von Beecham auf den Markt gebrachte Augmentin (amoxicillin/clavulanate potassium) - ein umfangreich wirkendes Penicillin, das eine Reihe bakterieller Infektionen bei Kindern und Erwachsenen erfolgreich bekämpft. Auch Wellcome ist nicht untätig und entwickelt Zovirax (aciclovir), ein Antiviral gegen Herpesinfektionen.
1981

Augmentin setzt an einem immer wichtiger werdenden Problem an: der Resistenz gegenüber Antibiotika. Es gilt heute als der "Gold Standard", um schwere Entzündungen der Atemwege zu behandeln.

Glaxo's Zantac (ranitidine hydrochloride) wird vor allem bei der Behandlung von Magengeschwüren eingesetzt. Zantacwird Ende der 80er Jahre zum bestverkauften Medikament und macht viele Jahre 40 Prozent des Umsatzes von Glaxo aus. Dieser finanzielle Erfolg ist für weitere Investitionen in Forschung und Entwicklung sehr wichtig. Denn das wird immer teurer. Weltweite klinische Versuche und Lizenzkosten machen Forschung und Entwicklung zu einem kostenintensiven Faktor.

Auch Wellcome ist in diesen Jahren sehr erfolgreich. Durch eine Kombination aus "rationalem Ansatz" in der Medikamentenforschung und viel Erfahrung auf dem Gebiet der Antivirale gelingt es 1974 den bahnbrechenden Wirkstoff aciclovir herzustellen. Das Ergebnis ist das erste wirkungsvolle Antiviral gegen eine Reihe von Herpesinfektionen. Zovirax wird das erfolgreichste Medikament in der Firmengeschichte. Diese Erfahrungen auf dem Gebiet der Antivirale werden später in der Forschung nach Medikamenten zur Behandlung von AIDS sehr wertvoll. Bereits 1987 kommt mit Retrovir (zidovudine) weltweit das erste Arzneimittel zur Behandlung von HIV auf den Markt.

1982
 
Smith Kline ist in diesem Jahr sehr aktiv. Zunächst erwirbt es mit Allergan ein Augen- und Hautpflegeprodukte herstellendes Unternehmen. Kurz darauf folgt der Zusammenschluss mit Beckman Instruments Inc - ein Betrieb, der sich auf die Herstellung von diagnostischen Geräten spezialisiert hat. Darauf hin nennt sich das neu entstehende Unternehmen fortan SmithKline Beckman.
John Vane von Wellcome erhält in diesem Jahr den Nobelpreis für Medizin zusammen mit zwei anderen Wissenschaftlern für seine Forschung über die Funktionsweise von Aspirin.
1983
 
Glaxo bezieht neue Gebäude im Forschungszentrum Triangle Park und in Zebulon im US-Bundesstaat North Carolina. Außerdem kommen Fortum (ceftazidime) und Flolan auf den Markt.
1986
Beecham erweitert sein Produktportfolio durch den Kauf der US-Firma Norcliff Thayer. Jetzt gehören auch Tums (säurebindende Tabletten) sowie die Oxy Hautpflegeprodukte zum Sortiment.
1986

Der Erwerb von Norcliff Thayer stärkt Beechams Position im OTC-Geschäft. Mitte der 80er Jahre entscheidet Beecham seine Geschäfte zu bündeln und sich auf zwei Kernbereiche zu konzentrieren: Verbraucherprodukte sowie rezeptpflichtige und rezeptfreie Medikamente (OTC-Geschäft). Im Jahr 1988 machen die Verbraucherprodukte 42 Prozent des Umsatzes aus, während die rezeptpflichtigen und das OTC-Geschäft 58 Prozent betragen.

1987
 
Wellcome bringt das AIDS-Medikament Retrovir auf den Markt. Glaxo führt das orale Antibiotikum Zinnat (cefuroxime axetil) ein.
1988
 
Die SmithKline BioScience Laboratories kaufen mit den International Clinical Laboratories Inc. Einen ihrer größten Wettbewerber. Damit vergrößern sie sich um die Hälfte und werden in der Branche zum führenden Unternehmen.
Zusammen mit Sir James Black von SmithKline and French erhalten George Hitchings und Gertrude Elion von Burroughs Wellcome den Nobelpreis für Medizin. Die Wissenschaftler werden für die Entdeckung der antiprotozoischen und antibakteriellen Wirkung der 2,4-Diaminopyrimidine ausgezeichnet. Sie legen damit die Grundlage für zahlreiche Arzneien, die vor allem in der Krebstherapie eingesetzt werden.
1989
SmithKline Beckman und die Beecham-Gruppe fusionieren zu SmithKline Beecham. Engerix-B (recombinant), ein genetischer Hepatitis B Impfstoff, kommt in den USA und in Frankreich auf den Markt.
1989

Die Fusion zwischen SmithKline Beckman und der Beecham-Gruppe macht das neu entstehende Unternehmen zu einem der bedeutendsten in der Pharmaindustrie. Das betrifft sowohl die Produktpalette, die Forschungspipeline als auch das geographische Netzwerk. Der neue Konzern will vor allem eines: sich zu einem umfassenden, integrierten Gesundheitsunternehmen entwickeln. Dazu gehören Produkte in den Bereichen Vorsorge, Diagnose, Behandlung, Kur und Krankheitsmanagement.

Unter dem Versprechen "Striving to Make People's Lives Healthier" kommen in den 90er Jahren neue Medikamente wie Seroxat/Paxil (paroxetine hydrochloride) zur Behandlung von Depressionen und Relifex/Relafen (nabumetone), ein entzündungshemmendes Medikament zur Behandlung von rheumatischer Arthritis auf den Markt.

1990
Wellcome führt das synthetische Lungen-Tensid Exosurf sowie das Anti-Epileptikum Lamictal (lamotrigine) ein. Auch Glaxo bringt einige Medikamente auf den Markt. Dazu gehören das Asthma-Medikament Serevent (salmeterol), das Kortikoid Flutide (fluticasone propionate) und Zofran (ondansetron) für Krebspatienten.
1990

Glaxo gelingt es dank umfassender Pionierarbeit auf dem Gebiet der Neurotransmitter mit Zofran (ondansetron) ein bedeutendes Medikament zu entwickeln. Zofran ist 1990 das erste der Serotonin-Medikamente. Es lindert Übelkeit und Erbrechen bei Krebspatienten, die mit einer Chemotherapie behandelt werden. Im gleichen Jahr führt Glaxo auch die Asthma-Medikamente Serevent (salmeterol) und Flixotide/Flixonase (fluticasone propionate) ein. Der wachsende wirtschaftliche Erfolg von Zofran und anderen Medikamenten sowie die effektive Bündelung von Konzernstrukturen sind Garant für Glaxos wachsende Bedeutung in der Pharmaindustrie in diesen Jahren.

1991
 
Glaxo führt neue Medikamente gegen Migräne, Imigran (sumatriptan), gegen Bluthochdruck, Lacipil (lacidipine) sowie in den USA Cutivate (fluticasone propionate) gegen Hautkrebs ein. SmithKline Beecham zieht in diesem Jahr um und verlegt die Konzernzentrale ins englische Brentford. Außerdem wird Seroxat/Paxil (paroxetine hydrochloride) in 1991 auch in Großbritannien eingeführt.
1992
 
Burroughs Wellcome führt in den USA Mepron (atovaquone) für Lungenentzündung bei AIDS-Patienten ein. SmithKline Beecham's Havrix, der weltweit erste Hepatitis A Impfstoff, kommt in sechs europäischen Ländern auf den Markt.
1993
In diesem Jahr verhandelt SmithKline Beecham mit der Human Genome Science Inc (HGS) ein mehrere Millionen-Dollar schweres Abkommen. Ziel der Zusammenarbeit ist die Identifizierung und Beschreibung menschlicher Gene.
1993

Für Smith Kline Beecham ist dieser Vertrag ein entscheidender Schritt. Das Unternehmen erhält begrenzte Rechte, um auf der Basis der Erkenntnisse von HGS völlig neue Arzneien und diagnostische Verfahren für genetisch bedingte Krankheiten zu entwickeln. Dafür entsteht im US-Bundesstaat Kalifornien ein eigenes Laboratorium.

1994
 
SmithKline Beecham kauft zwei Unternehmen hinzu, die Diversified Pharmaceutical Services sowie Sterling Health, und steigt zum weltweit drittgrößten Konzern im OTC-Geschäft und zur Nummer eins in Europa auf. SmithKline Beecham konzentriert sich auf Medikamente für Menschen und verkauft deshalb die Sparte für Tiermedizin.
1995
 
Glaxo und Wellcome fusionieren zu Glaxo Wellcome. Das neue Unternehmen erwirbt die kalifornische Firma Affymax, ein bedeutender Betrieb auf dem Gebiet der kombinierten chemischen Produkte. In England eröffnet Königin Elisabeth II das neue Forschungszentrum von Glaxo Wellcome. Im selben Jahr bringt Glaxo Wellcome noch Valtrex (valaciclovir), ein Nachfolger für Zovirax auf den Markt. Auch SmithKline Beecham geht auf Einkaufstour. Es kauft die Einrichtungen von Sterling Winthrop im US-Bundesstaat Pennsylvania, um auf dem US-Markt die notwendigen Forschungskapazitäten zur Verfügung stellen zu können.
1996
 
SmithKline Beecham gründet ein "Community Partnership"-Programm. Es ist der Anfang eines stetig wachsenden Engagements, zu dem sich GlaxoSmithKline bis heute verpflichtet. Die Investitionen im lokalen Bereich konzentrieren sich auf Programme zur Eindämmung von Krankheiten, regionale Initiativen, Aufklärung, Mitarbeiterprogramme und Medikamentenspenden. Außerdem formiert das Unternehmen die SmithKline Beecham Healthcare Services indem die klinischen Labore sowie verschiedene andere Einrichtungen der 1994 erworbenen Firmen zusammengelegt werden.
1997
 
Im englischen Harlow eröffnet der New Frontiers Science Park, SmithKline Beecham's neues Forschungszentrum. SmithKline Beecham und Incyte Pharmaceuticals rufen Diadexus ins Leben. Dieses gemeinsame Unternehmen soll molekulare Diagnostik auf Basis des menschlichen Genoms entdecken und vermarkten.
1998
 
SmithKline Beecham und die Weltgesundheitsorganisation vereinbaren ein gemeinsames Programm zur Eliminierung der Lymphatischen Filariose bis zum Jahr 2020. In Polen entsteht durch Glaxo Wellcomes Kauf der Polfa Poznan das größte pharmazeutische Unternehmen des Landes.
1999
 
Glaxo Wellcome feiert den 30. Jahrestag der Markteinführung von Sultanol (albuterol). Medikamente zur Behandlung von Atemwegserkrankungen hatten sich seither zum wichtigsten Zweig des Konzerns entwickelt. SmithKline Beecham trennt sich von SmithKline Beecham Clinical Laboratories und Diversified Pharmaceutical Services. Ziel ist es, das Profil als integrierter Gesundheitskonzern mit einem umfassenden Angebot zu schärfen. Außerdem bringt das Unternehmen in diesem Jahr Avandia (rosiglitazone maleate) zur Behandlung von Typ-2-Diabetes auf den US-Markt.

2000 plus

2000
Das Unternehmen GlaxoSmithKline entsteht durch die Fusion von Glaxo Wellcome und SmithKline Beecham.
2000 +

Die Fusion wurde im Januar verkündet, vollzogen wird sie aber erst im Dezember. Damit entsteht eines der weltweit führenden forschungsorientierten Gesundheitsunternehmen. Ziel der Arbeit von GlaxoSmithKline ist es durch die kombinierten Forschungskapazitäten eine kraftvolle Plattform zu schmieden, um Antworten auf die Herausforderungen des modernen Gesundheitswesens zu finden

Gertrude Elion

Gertrude Elion: Eine großartige Wissenschaftlerin