Die Geschichte von GSK

Die Geschichte von GlaxoSmithKline reicht bis ins frühe 18. Jahrhundert zurück.

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1900-1949

1902
Die Wellcome Tropical Research Laboratories - ein Forschungszentrum für tropische Krankheiten - wird eröffnet.
1902

Die Forschung bei Burroughs Wellcome konzentriert sich zunächst in zwei verschiedenen Einrichtungen, den Wellcome Medical Research Laboratories und den Wellcome Physiological Research Laboratories. Beide waren im letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts gegründet worden. Henry Wellcome's Grundsatz "Unabhängigkeit der Forschung - Freiheit der Veröffentlichung" macht es für viele berühmte Wissenschaftler attraktiv in diesen Institutionen zu arbeiten. Im Jahr 1901 erweitert Burroughs Wellcome seine Kapazitäten um ein Zentrum zur Erforschung tropischer Krankheiten. Die Basis dieser neuen Forschungsanlage steht in Khartum im Sudan. Zur Ausstattung gehört auch ein mobiles Labor auf dem Nil. Damit ist es den Forscherteams möglich Gebiete zu erreichen, die sonst unzugänglich sind. Formell nimmt diese Einrichtung erst 1902 ihren Betrieb auf. Vier Jahre später folgen noch eine Niederlassung von Burroughs Wellcome in New York sowie mehrere Produktions- und Forschungsgebäude in den USA.

Die Forschung in den 20er Jahren findet bei Burroughs Wellcome auf verschiedenen Gebieten statt: primäre und sekundäre Immunantworten, Produktion von Insulin, die Einführung neuer Impfstoffe gegen Diphtherie und die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Gelbfieber. Natürlich bemüht sich das Unternehmen auch um die Vereinfachung und Weiterentwicklung von Produktionsabläufen.

Im Jahr 1924 ist der Betrieb so groß, dass fortan alle Aktivitäten unter der in London neu gegründeten Wellcome Foundation koordiniert werden. Die Erfolgsgeschichte geht noch weiter. Im folgenden Jahrzehnt gelingt es Digoxin aus dem Blatt der Digitalis zu isolieren. Es wird zu einem Standardpräparat bei der Behandlung kongestiver Herzinsuffizienz. Außerdem kann ein Globin-Zink-Insulin entwickelt und das erste reine Kurare-Alkaloid produziert werden.

Im Jahr 1936 stirbt Sir Henry Wellcome im Alter von 82 Jahren. In seinem Testament verfügt er, den Wellcome Trust einzurichten. Das ist eine gemeinnützige Stiftung um weltweit die medizinische Forschung zu unterstützen.

1904
 
In Neuseeland beginnt Nathan mit der Produktion von Milchpulver. Henry Dale beginnt seine Arbeit bei Burroughs Wellcome. Umfangreiche Forschung und Entdeckungen kennzeichnen seine Karriere. Vor allem widmet er sich der Forschung an der chemischen Übertragung von Nervenimpulsen.
1906
In diesem Jahr registriert Joseph Nathan Glaxo als Markenname für Milchpulver. Burroughs Wellcome eröffnet eine Niederlassung in New York.
1906

Die Direktoren der Joseph Nathan Company hatten schnell bemerkt, dass ihr Milchpulver unter dem bisherigen Namen Defiance nicht gut zu vermarkten war. Also suchten sie nach Alternativen. Sie entscheiden sich zunächst für Lacto. Doch das entpuppt sich als ungeeignet, da bereits ähnlich klingende Produktnamen auf dem Markt sind. Nachdem sie mehrfach die Buchstaben umgestellt hatten, landen sie schließlich bei Glaxo. Im Oktober 1906 wird Glaxo ins Markenregister eingetragen.

1908
In London eröffnet die "Glaxo-Filiale" der Joseph Nathan Company und das erste Buch über Babys erscheint auf dem Markt.
1908

Das "Glaxo Baby Buch" war etwas vollkommen Neues. Zum ersten Mal wurde versucht, Müttern Antworten auf die Frage nach der richtigen Ernährung von Neugeborenen und Kleinstkindern zu geben. Das Buch bleibt bis in die 1970er Jahre auf dem Markt. Es gibt Müttern praktische Hinweise, informiert sie aber auch über neue Erkenntnisse der Wissenschaft. Der Slogan "Glaxo - the Food that Builds Bonnie Babies" wird zu einem vertrauten Spruch in vielen Werbekampagnen von Nathan zu dieser Zeit.

1910
Smith, Kline and French ergänzt die Produktpalette um die "Blue Line". Das Angebot umfasst nun auch Lotion aus Giftefeu, Eisentabletten und Lutschpastillen.
1910

In diesem Jahr wächst Smith, Kline and French kräftig. Grund dafür sind die im Rahmen der "Blue Line" auf den Markt gebrachten Produkte. Sie erweiten das Sortiment an Artikeln für den täglichen Bedarf beträchtlich und werden von den Kunden gut angenommen.

1913
 
In diesem Jahr werden erstmals eine Million Beecham-Pillen pro Tag produziert.
1919
 
Alex C Maclean gründet ein Unternehmen, das die Produkte von Apothekern unter deren eigenen Namen herstellt. Mahlon Kline verschickt zum ersten Mal pharmazeutische Proben per Post an Ärzte überall in den USA.
1924
Das Vitamin-D-Präparat Ostelin wird Glaxo's erstes pharmazeutisches Produkt. Die Wellcome-Stiftung wird ins Leben gerufen und Philip Hill kauft den Beecham Besitz auf. Hill erkennt, dass Beecham's Geschäft mit den Pillen die Grundlage für einen großen Konzern bilden könnte.
1924

In Neuseeland arbeitet die Nathan Company weiter unter Louis Nathan. Doch es zeigt sich immer stärker, dass der Großteil der Geschäfte mittlerweile unter der Führung seines Bruders Alec in England gemacht wird. Grund dafür ist auch der Erste Weltkrieg. Dieser hat den Bedarf an Milchpulver in die Höhe schnellen lassen. Die Sorge um die Qualität und Sicherheit des Milchpulvers sorgen darüber hinaus für eine Reihe technischer Verbesserungen. Mit Harry Jephcott tritt 1919 ein Mann mit chemischen und pharmazeutischen Qualifikationen in das Unternehmen ein, der die Nathan Company neu ausrichtet. Ihm gelingt es, Vitamin D aus dem Öl der Leber von Fischen zu isolieren. Das Resultat: das erste pharmazeutische Produkt der "Glaxo"-Abteilung in England, Ostelin Liquid, kommt 1924 auf den Markt. In den 20er und 30er Jahren entwickelt sich die Nathan Company rasant. Es gelingt zahlreiche neue Niederlassungen zu etablieren. Im Jahr 1927 übernimmt Alec Nathan den Vorsitz in der Firma. Es entstehen 1935 neue und größere Gebäude in Greenford am westlichen Stadtrand von London. Die englische "Glaxo"-Abteilung gibt sich jetzt einen eigenen Namen, die Glaxo Laboratories Ltd. Und wird juristisch eine Tochterfirma der Nathan Company. In den Folgejahren erweitert sich das Produktangebot immer stärker. Während des Zweiten Weltkriegs konzentriert sich Glaxo auf die Produktion von Penicillin. Mitte der 40er Jahre stammen 80 Prozent der Penicillin-Einheiten in Großbritannien aus dem Hause Glaxo.

Im Jahr 1923 erhält sowohl Allen and Hanburys als auch die Burroughs Wellcome Company die Lizenz zur Produktion von Insulin, um damit Diabetes zu behandeln.

1926
Beecham bringt ein Heilmittel gegen Erkältung auf den Markt.
1926

Der Finanzmakler Philip Hill hatte zwei Jahre zuvor den gesamten Besitz von Thomas Beecham aufgekauft. Er war davon überzeugt, dass sich die Geschäfte von Beecham durch Diversifikation so ausbauen ließen, dass ein großer Konzern daraus erwächst. 1926 kommen eine Reihe schmerzstillender Medikamente sowie Arzneien gegen Erkrankungen der Atemwege auf den Markt. Es beginnt eine Periode der Expansion durch Zukäufe. Das war zu dieser Zeit noch nicht sehr verbreitet. Für Beecham wird es ein wesentliches Element der Geschäftspolitik. Seit 1847 hatte sich Beecham von einer Bude auf dem Markt zu einem national operierenden Unternehmen entwickelt, das täglich eine Million Pillen herstellt.

1929
 
Smith Kline and French Company gibt sich einen neuen Namen. Fortan heißt das Unternehmen Smith Kline and French Laboratories. Damit soll der neue Forschungsschwerpunkt auch im Namen bekannt gemacht werden.
1930
 
Sydney Smith von Wellcome isoliert Glykoside der Digitalis lanata, einer Sorte des Fingerhuts. Lanozin (digoxin) wird seither bei der Behandlung von Herzkrankheiten eingesetzt.
1935
 
In Greenford nahe London entstehen die Hauptgebäude der neu formierten Glaxo Laboratories.
1936
 
Mit seinem Testament überträgt Sir Henry Wellcome den alleinigen Besitz an der Wellcome Foundation Ltd. Auf eine gemeinnützige Organisation zugunsten medizinischer Forschung. Sie besteht bis heute unter dem Namen Wellcome Trust.
Sir Henry Dale von Wellcome erhält in diesem Jahr den Nobelpreis für Medizin für seine Forschung an der chemischen Übertragung von Nervenimpulsen.
1938
Beecham erwirbt Macleans Ltd und Eno's Proprietaries Ltd. Damit kommen Macleans' Zahnpasta sowie der Energy-Drink Lucozade zur Produktpalette hinzu.
1938

In diesem Jahr kauft Beecham zwei wichtige Betriebe. Der erste ist Macleans. Für Beecham ist dies ein Meilenstein, denn jetzt kommen nicht nur wichtige Produkte wie Zahnpasta und der Energy-Drink Lucozade ins Sortiment, sondern auch hoch qualifizierte Mitarbeiter. Unter ihnen ist HG Lazell. Er wird später zum Vater des Erfolgs beim Handel mit rezeptpflichtigen Medikamenten. Lucozade wird ein richtiger Verkaufsschlager. Innerhalb von 15 Jahren produziert der Verkauf dieses Getränks rund die Hälfte von Beechams Gesamtgewinn. Der Kauf von Macleans markiert so Beechams Einstieg in den Handel mit Mundpflegeprodukten und Getränken.

Genauso wichtig ist der Kauf von Eno's Proprietaries Ltd. Neben wichtigen Produkten wie den säurebindenden Eno's Früchte Salzen erhält Beecham mit einem Schlag ein gut ausgebautes Vertriebsnetz in Mittel- und Südamerika, Südafrika, Australien, Neuseeland und Westeuropa.

Das Geschäft mit "gemälzter" Milch der Firma Horlick ist in den vergangenen Jahren marktgerecht gewachsen. Doch in den frühen 30er Jahren verändert Horlick die Strategie. Fortan wird das Wort Malz auf dem Produkt weggelassen und stattdessen werden die Vorzüge der Milch als idealem Schlummertrunk angepriesen.

Ebenfalls im Jahr 1938 wird entdeckt, dass der Sirup der schwarzen Johannisbeere einen extrem hohen Anteil an Vitamin C enthält. Dieser Sirup dient als Grundlage für Milchmixgetränke. Unter dem Namen Ribena (aus dem Lateinischen für blackcurrant Ribes negrum) wird das Getränk vor allem durch Krankenhäuser vertrieben. Während des Zweiten Weltkriegs erhalten es auch Kinder kostenlos.

1939
 
Beecham kauft County Perfumery Co Ltd. Diese stellt Brylcreem her - ein bekanntes Haarpflegemittel für Männer.
1943
Die Beecham Research Laboratories werden gegründet. Sie sollen Basisarbeit auf dem Gebiet der pharmazeutischen Forschung leisten.
1943

Diese Gründung geht zurück auf die Arbeit von HG Lazell. Er hatte stets an die Wichtigkeit von wissenschaftlicher Forschung geglaubt. Im Jahr 1943 hat er die führenden Leute endlich soweit, seine Philosophie anzunehmen. Die Beecham Research Laboratories werden gegründet. Sie sollen sich der pharmazeutischen Grundlagenforschung widmen. Bereits zwei Jahre später erwirbt Beecham mit dem Brockham Park im Süden Englands ein Stück Land auf dem wiederum zwei Jahre später die neuen Forschungseinrichtungen in Betrieb genommen werden. Hier machen die Beecham-Forscher alle ihre wichtigen Entdeckungen.

Penicillin (das weltweit erste Antibiotikum) gilt viele Jahre seit der Entdeckung geradezu als Wundermittel. Doch Ende der 40er Jahre wird vor allem in Kliniken ein Problem immer offenkundiger: Durch die häufige Verwendung von Penicillin, erweisen sich immer mehr Bakterien als resistent. Häufig müssen ganze Stationen in Krankenhäusern wegen Infektionen geschlossen werden. Hier gelingt es den Forschern vom Brockham Park anzusetzen. Im Jahr 1959 werden sie über Nacht berühmt, als sie den penicillin nucleus 6-APA entdecken. Davon ausgehend, gelingt es Wissenschaftlern eine praktisch unendliche Anzahl von neuen, halbsynthetischen Penicillin herzustellen. Diese können genau jene problematischen Entzündungen effektiv behandeln. Schon in den 60er Jahren produziert Beecham eine große Bandbreite an Antibiotika, darunter das weltweit erste halbsynthetische Penicillin. In den kommenden 20 Jahren entwickelt sich das Unternehmen zu einem führenden Anbieter von anti-infektiösen Medikamenten.

1945
 
Die Beecham Group Ltd. Wird ins Leben gerufen. In ihr gehen die Beecham Pills Ltd. Und Beecham Estates Ltd. Sowie die Beecham Laboratories auf.
1947
Die Geschäfte der Joseph Nathan Company gehen nun endgültig in den Aktivitäten der Glaxo Laboratories auf. Glaxo wird das Mutterunternehmen und ist künftig an der Londoner Börse notiert. Beecham ergänzt seine Gebäude in Brockham Park mit neuen Forschungseinrichtungen.
1947

Das Ende der Ära Nathan bei Glaxo beginnt 1945 mit dem Rückzug Alec Nathans. Nur wenige Jahre danach wandelt sich Glaxo in eine Aktiengesellschaft und die ursprüngliche Firma Joseph Nathan and Company hört auf zu existieren. Schnell werden jetzt die Bereiche Forschung und Entwicklung gestärkt. Mit großem Erfolg. So kann der erste kombinierte Impfstoff gegen schlimmen Husten und Diphtherie sowie Crystapen, eine stabilere, weiße kristallinische Form von Penicillin auf den Markt gebracht werden.

Außerdem vergrößert die neue Aktiengesellschaft die Produktionskapazitäten erheblich. In Ulverston im Nordwesten Englands entsteht eine eigens für die Antibiotika-Produktion errichtete Fabrik. Diese entwickelt sich im Laufe der Zeit zum wichtigsten Produktionsstandort.

Aber die frühen 50er Jahre bringen noch mehr: Penicillin in Tablettenform, eine Vielzahl von Nahrungsergänzungsmitteln, ein dreifach Impfstoff gegen Diphtherie, schlimmen Husten und Tetanus sowie eine eigene Abteilung für Veterinärmedizin. Die versorgt Tierärzte bald mit abgewandelten Versionen wichtiger Medikamente. Der wichtigste Fortschritt in diesen Jahren ist jedoch der Einstieg in die Produktion von Kortison. Seit 1955 wird eine Reihe von Kortikoiden eingeführt, um Krankheiten wie rheumatische Arthritis oder Erkrankungen der Atemwege zu behandeln. Zusätzlich kommt eine neue Serie von Antibiotika, bekannt unter dem Namen Cephalosprine auf den Markt. Diese revolutionieren die Medizin ab Mitte der 60er Jahre.

Auch der Kauf von Allen and Hanburys im Jahre 1958 zahlt sich aus. Aus den neu gewonnen Einrichtungen für Forschung und Entwicklung geht 1969 Ventolin (salbutamol) hervor. Es entwickelt sich zum "Gold Standard" unter den Medikamenten zur Behandlung von akuten Asthma-Anfällen. Weitere Produkte sind Betnovate (betamethasone valerate), verschiedene Salben sowie verbesserte Antibiotika

1948
 
Einige wichtige Entdeckungen prägen dieses Jahr. So gelingt es erstmals den Forschern bei Glaxo das Vitamin B12 zur Behandlung von schädlicher Anämie zu isolieren. Ebenso produzieren sie zum ersten Mal Streptomycin zur Behandlung von TB. Auch die anderen Unternehmen sind nicht untätig: Wellcome entwickelt die Polymixin-Anti-Bakterien. Außerdem erwirbt Smith, Kline and French in diesem Jahr neue Gebäude an der Spring Garden Street in Philadelphia.
1949
 
Die Beecham Group Ltd. Erwirbt C L Bencard - ein Unternehmen, das sich auf Allergie-Impfstoffe spezialisiert hat. Es ist der erste Schritt der Beecham-Gruppe in den Handel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.
Gertrude Elion

Gertrude Elion: Eine großartige Wissenschaftlerin