Die Geschichte von GSK

Die Geschichte von GlaxoSmithKline reicht bis ins frühe 18. Jahrhundert zurück.

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1850-1899

1859
Beecham eröffnet im englischen St. Helens die weltweit erste Fabrik, die ausschließlich Medikamente herstellt.
1859

In diesem Jahr schließt Beecham seinen Laden in Wigan und zieht ins nahe gelegene St. Helens. In der kleinen Industriestadt richtet er seine erste, größere Fabrik ein. Beecham tüftelt dort wichtige, neue Produktionsmethoden aus. Das war ein notwendiger Schritt, denn sein Absatzmarkt reicht inzwischen bis Afrika und Australien.

1865
Mahlon Kline steigt als Buchhalter bei Smith and Shoemaker (Nachfolger von John K. Smith & Co) ein.
1865

Mahlon Kline beginnt mit nur 19 Jahren seine Arbeit als Buchhalter bei Smith and Shoemaker, dem Nachfolger von John K. Smith & Co.

Kline erweist sich als wissbegieriger und ehrgeiziger junger Mann. Schnell sucht er sich weitere Aufgaben und arbeitet zusätzlich als Verkäufer. Kline ist so erfolgreich, dass er den Kundenkreis innerhalb weniger Jahre erheblich erweitern kann. Um sein Wissen in allen Bereichen zu vertiefen, besucht Kline verschiedene Kurse an der Universität von Philadelphia. Dabei konzentriert er sich auf die Medizin und Pharmazie.

1873
In diesem Jahr gründet Joseph Nathan ein Handelsunternehmen im neuseeländischen Wellington. Zwanzig Jahre zuvor hatte er als 17-jähriger England verlassen, um neue geschäftliche Möglichkeiten zu finden. Sein Betrieb wird der Grundstein für das spätere Unternehmen Glaxo.
1873

Die Geschichte von Glaxo startet mit Joseph Nathan. Der Sohn eines Londoner Schneiders war 1853 im Alter von 17 Jahren nach Australien ausgewandert. Nach einigen Jahren zieht es ihn nach Neuseeland, um im Handelsunternehmen seines Schwagers mitzuarbeiten. Der macht ihn auch bald zum gleichwertigen Partner. Doch 1873 lösen beide diese Verbindung und Joseph Nathan gründet seinen eigenen Betrieb. Die starken Handelsbeziehungen zum Vereinigten Königreich bleiben allerdings bestehen, so dass Nathan schon drei Jahre später ein Büro in London eröffnet.

Für den Familienbetrieb erweist sich die in der neuseeländischen Molkerei hergestellte Magermilch als wichtigster Baustein für den geschäftlichen Durchbruch. Der Betrieb ist jedoch mit mehreren Produkten erfolgreich. So beliefert die Joseph Nathan Company das Vereinigte Königreich seit Jahren mit Butter. Darüber hinaus produziert Joseph Nathan ein spezielles Milchpulver, das in großen Mengen u.a. an das Militär verkauft wird.

Als die Wissenschaft die positive Wirkung von Milchpulver als Babynahrung erkennt, ändert Nathan den Namen und nennt es fortan Glaxo. Diesen Markennamen lässt er 1906 schützen. Um das neue Produkt bestmöglich zu vermarkten, schickt er den jüngsten seiner drei Söhne, Alec, zurück nach England. Erst um 1911 setzt sich Milchpulver allerdings aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse als bessere Alternative in der Baby-Ernährung durch.

1875
Mahlon Kline übernimmt bei Smith und Shoemaker weitere Aufgaben als Verkäufer und erweitert den Betrieb erfolgreich um wichtige Kunden. Sein Einsatz lohnt sich. Das Unternehmen benennt sich um in SmithKline& Company.
1875

Der ehrgeizige und engagierte Kline erweitert das Unternehmen so nachhaltig, dass Smith und Shoemaker zum größten pharmazeutischen Unternehmen in der Region um Philadelphia aufsteigen. Die Produktpalette umfasst jetzt ein breites Spektrum an Basismedikamenten. Um seine Leistung zu honorieren, heißt das Unternehmen ab 1875 SmithKline& Company.

1880
In London gründen die amerikanischen Apotheker Henry Wellcome und Silas Burroughs die Burroughs Wellcome & Company.
1880

Henry Wellcome kommt 1853 auf einer sehr fortschrittlich orientierten Farm im Mittleren Westen Amerikas auf die Welt. Von Kindesbeinen an beeinflusst ihn vor allem sein Onkel, der als Arzt auch eine kleine Apotheke betreibt.

Nach dem Abschluss in Pharmazie an der Universität von Philadelphia beginnt er seine Karriere bei McKesson und Robbins - ein zu jener Zeit bedeutendes Pharmaunternehmen. Seine Arbeit als Verkaufsrepräsentant führt ihn lang und oft nach Südamerika. Dort studiert er vor allem die Chinarinde-Wälder sowie die Produktion von Chinin. Diese Kenntnisse sind der Grundstein für seinen späteren geschäftlichen Erfolg.

Silas Burroughs, ein in London lebender Freund und Apotheker lädt Wellcome nach England ein, um über mögliche geschäftliche Verbindungen nachzudenken. Die Idee ist einfach: Sie wollen amerikanische Medikamente im Vereinigten Königreich verkaufen.

Im Jahr 1880 gelingt es, die Partnerschaft zu formalisieren: Die Burroughs Wellcome Company wird gegründet. Dank des charismatischen und ideenreichen Verkäufers Wellcome floriert das Geschäft schnell. Wellcome nutzt geschickt alle Möglichkeiten der Werbung, organisiert medizinische und wissenschaftliche Konferenzen und lässt 1884 seine komprimierten Arzneien in Tablettenform unter dem Namen "Tabloid" registrieren. Die Firma expandiert in alle Welt. Die Partnerschaft der beiden endet allerdings abrupt nach 15 Jahren mit dem Tod Burroughs. Wellcome führt das Geschäft jetzt allein fort und bereist die ganze Welt. Mit den dabei gewonnen Erkenntnissen trägt er viel zum medizinischen und pharmazeutischen Fortschritt in diesen Jahren bei. Im Laufe der Zeit allerdings verschieben sich seine Interessen. Er widmet sich stärker seiner Leidenschaft für die Wissenschaft und die Archäologie. Seine gesammelten Objekte werden zum Zentrum eines international berühmten Museums über die Geschichte der Medizin.

1884
"Tabloid" wird als Handelsname der Burroughs Wellcome and Company für komprimierte Medikamente in Tablettenform registriert.
1884

Abenteurer, Entdecker, Pioniere der Luftfahrt, Seefahrer und sogar Mitglieder des britischen Königshauses gehören zu den Nutzern der neuen Medikamente in Tablettenform.

Die mit Tabletten gefüllten Boxen sind das Ergebnis der Arbeit von Henry Wellcome. Der Entdecker Sir Henry Stanley ist der erste, der sie für seine Reisen nach Afrika im späten 19. Jahrhundert mit auf den Weg nimmt. Auch Exkursionsgruppen in die Antarktis und in das Everest-Gebirge verwenden eigens hierfür entwickelte Präparate.

Die arktischer Kälte und äquatorialer Hitze resistenten Tabletten fördern auf Jahre hinaus den Verkauf der Produkte von Burroughs Wellcome & Company.

1885
Thomas Beechams Firma erwirbt ein neues Hauptgebäude an der Ecke Silver Street und Water Street im englischen St. Helens. Zwei Jahre später hat diese neue Fabrik als erste in der Region Elektrizität.
1885

Ab den 1860er Jahren übernimmt Thomas Beecham's Sohn Joseph immer mehr Aufgaben im väterlichen Betrieb. Um 1885 ist die Nachfrage an den Beecham-Pillen so groß, dass die alte Fabrik für deren Produktion nicht mehr ausreicht. So baut Beecham eine neue, größere und modernere Produktionsstätte in St. Helen. Für die Menschen aus der Umgebung sieht die neue Anlage eher aus wie ein Palast als eine Fabrik. Sie ist außerdem die erste mit elektrischem Strom.

Beecham wird aber nicht nur für seine Pillen, sondern auch für seinen hohen Standard an Qualität und Hygiene in der Produktion berühmt. Er sorgt stets dafür, dass seine Angestellten weiße Schutzkleidung tragen und in einem möglichst staubfreien Umfeld arbeiten. Darüber hinaus zahlt sich die ehrgeizige und einfallsreiche Marketing-Strategie des Unternehmens aus. Einmal platziert er innerhalb eines Jahres Anzeigen in weltweit über 7 000 Zeitungen. Übersetzt von eigenen Autoren, lässt er jede Anzeige in der jeweiligen Landessprache abdrucken.

1891
SmithKline and Company erwerben French, Richards and Company und erweitern damit ihr Portfolio an Verbraucher-Marken erheblich.
1891

Der ursprünglich von John K Smith gegründete Betrieb wächst im Laufe der Jahre durch mehrere Fusionen und Zukäufe. Der wichtigste Zusammenschluss ist der mit dem renommierten Großhändler French, Richards and Company. Mit einem Schlag vergrößert sich die Produktpalette enorm. Nun gehören hunderte zusätzliche Produkte wie Parfums, Einreibemittel, Gesichtswasser, Haarkuren, Grippemittel und Heilmittel zum Angebot. Der Kauf von French, Richards and Company markiert den Einstieg ins Geschäft mit zahlreichen Verbraucher-Artikeln.

In den frühen Jahren des 19. Jahrhundert verdankt das neue Unternehmen Smith, Kline and French sein Wachstum einer Entdeckung von Joseph England. Er entwickelt Eskay's Neurophosphates, ein Medikament zur Behandlung nervöser Störungen. Der Erfolg von Neuro macht den Namen Smith, Kline and French sogar in Latein Amerika bekannt und das zu einer Zeit als die Handelsbeziehungen zu diesen Ländern noch in den Kinderschuhen stecken. Neuro bleibt bis 1971 auf der Produktliste des Unternehmens.

Seit den 1890er Jahren beginnt Mahlon Kline seine Aufmerksamkeit auf ein branchenweites Problem zu richten: die zeitnahe Belieferung von Kunden mit Medikamenten. Es gelingt ihm schließlich bei Smith, Kline and French erstmals einen Prozess einzuführen, mit dem jede am Morgen eingegangene Bestellung bis zum späten Nachmittag ausgeliefert ist. Außerdem stellt er sicher, dass alle Waren im Rohzustand wie unbearbeitete Medikamente, Balsam oder Wachse von einem Laboranten geprüft werden müssen bevor sie ausgeliefert werden. Ab 1893 wird jedes von Smith, Kline and French hergestelltes Produkt auf Qualität und Reinheit geprüft.

Gertrude Elion

Gertrude Elion: Eine großartige Wissenschaftlerin