Lungenkrebs: Individuelle Entscheidung für oder gegen Chemotherapie bald möglich?
− Suche nach neuem diagnostischen Ansatz
− Erforschung der Rolle von DNA-Reparaturenzym
− Forschungsstipendium 2010 von GlaxoSmithKline verliehen
Bettina Wiegmann (Assistenzärztin in der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie Hannover) ist die diesjährige Trägerin des mit 10.000 Euro dotierten und von GlaxoSmithKline(GSK) gestifteten Forschungsstipendiums für Atemwegserkrankungen. Prof. Heinrich Worth, Vorstand der Deutschen Atemwegsliga, überreichte der Assistenzärztin das GSK-Stipendium im Rahmen des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Hannover.
Im Rahmen der Studie soll anhand mehrerer Auswahlkriterien die Anzahl der produzierten Genprodukte eines entscheidenden DNA-Reparaturenzyms (ERCC1) - das so genannte Expressionslevel - untersucht, quantifiziert und verglichen werden. Dies geschieht sowohl im tumorveränderten und gesunden Lungengewebe, als auch im tumorveränderten und gesunden Lymphknotenmaterial aus der Brusthöhle. Ziel der Untersuchung ist es, zu belegen, ob das Expressionslevel im metastatisch veränderten Lymphknoten gleich dem des Primärtumors (Ursprungsgewebe) ist. Sollte sich die These bestätigen, könnte dies ein erster Schritt auf dem Weg zu einem innovativen und entscheidenden diagnostischen Ansatz in der Behandlung von Lungenkrebs werden.
Lungenkrebs ist die in den Industrienationen am häufigsten vorkommende Krebserkrankung (Olaussen K, Dunant A, Fouret P, et al., DNA Repair by ERCC1 in Non-Small-Cell Lung Cancer Cisplatin-based adjuvant Chemotherapy. N Engl J Med, 2006; 355: 983-991). Im Jahr 2008 verstarben allein in Deutschland ca. 42.000 Menschen an einem solchen Bronchialkarzinom. Mit Hilfe des von Frau Wiegmann entwickelten Ansatzes, könnte es in Zukunft vielleicht möglich sein, Therapieentscheidungen exakter zu treffen und bereits im Vorfeld der standardmäßigen platinbasierten Chemotherapie festzustellen, ob der Patient auf die Behandlung anspricht. „Ist dies nicht der Fall, könnten dem so genannten „Non-Responder“ die potentiellen Nebenwirkungen erspart und somit die noch verbleibende Lebenszeit mit einer verbesserten Lebensqualität positiv beeinflusst werden,“ so Wiegmann.
Laudator Prof. Heinrich Worth (links), Vorstand der Atemwegsliga, und Dr. Cordula Hagedorn (rechts), Medical Advisor bei GSK, überreichten während des DGP-Kongresses in Hannover das GSK-Forschungsstipendium an Frau Bettina Wiegmann (Mitte), Hannover.
Was ist eine klinische Studie?



