HIV- und AIDS-Prävention: GlaxoSmithKline Foster Homes in Nepal

Warum wir helfen? Weil Kinder die Zukunft sind. Und sie uns brauchen.

Der Anstoß kam 2006 mit einer Anfrage der Deutschen AIDS-Stiftung. Ob GSK nicht Interesse daran hätte, ein Hilfsprojekt für Kinder HIV-positiver Sexarbeiterinnen in Nepal zu unterstützen? Ja, warum eigentlich nicht? Andererseits: Gäbe es nicht genügend ebenso ambitionierte Projekte im eigenen Land?

Sicherlich. Doch in Nepal, das zu den unterentwickelsten Ländern der Welt zählt, sind Hilfsorganisationen in weit stärkerem Ausmaß auf finanzielle Unterstützung angewiesen, als es hier der Fall ist. Die Foster Homes in der Hauptstadt Kathmandu, einem von HIV und AIDS besonders betroffenen Gebiet Nepals, bedurften baldiger Förderung. Also haben wir gehandelt und stellten seit Beginn des Engagements 120.000 Euro zur Verfügung. Wichtiger noch: Wir leisten einen dringenden benötigten Beitrag zur HIV-Prävention in Nepal.

Seit 2008 gehört die Unterstützung für die Foster Homes zu „Positive Action“ – im Rahmen dieses internationalen Langzeitprogramms unterstützt GSK weltweit Aufklärungs- und Hilfsprogramme im Kampf gegen AIDS.

Foster Homes: Obdachlosen Kindern ein Zuhause geben

Mit unserer Spende unterstützen wir in den nächsten Jahren zunächst drei Heime in Kathmandu. In der bevölkerungsreichsten Stadt des Landes gibt es viele Frauen, die aufgrund mangelnder Ausbildung keine andere Möglichkeit haben, als ihren Körper zu verkaufen. Um ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, geben die oft allein stehenden Mütter sie an Pflegefamilien ab.

Soziale Einrichtungen wie die Foster Homes erlauben es den Kindern, in einer familienähnlichen, behüteten Situation aufzuwachsen. Zudem erhalten sie eine umfassende Ausbildung. Die leiblichen Mütter wählen die Betreuerin zusammen mit der Projektleitung. Bis zu zehn Kinder im Alter zwischen vier und 17 Jahren leben in einer Wohnung. Hier schlafen und essen sie, sie haben Raum zum Spielen und können gemeinsam ihre Hausaufgaben erledigen. Die jährlichen Kosten pro Haus liegen bei etwa 10.000 Euro – hiervon werden Miete, Essen, Medikamente, Schulgeld, Schulbücher und die Schuluniformen gezahlt.

Nepal – Hochburg des Mädchenhandels

Nepal ist eins der ärmsten Länder der Welt. Es gibt kaum Bodenschätze und keine Industrie. Das Durchschnittseinkommen beträgt 200 US-Dollar pro Jahr und Kopf. Viele Familien greifen deswegen auf inhumane Lösungen zurück, um das Überleben zu sichern: Sie verkaufen ihre eigenen Kinder. Auf diese Weise landen jährlich etwa 20.000 nepalesische Mädchen zwischen acht und 18 Jahren im Sexgewerbe, zumeist in indischen Bordellen.

Kehren die Frauen zurück, so zumeist, weil sie HIV-positiv sind und aus Indien abgeschoben wurden. Etwa 70 Prozent der heimkehrenden Sexarbeiterinnen teilen dieses Schicksal. In ihrem Heimatland werden sie für ihre Erkrankung geächtet, Familie und Dorfgemeinschaft verweigern im Regelfall die Aufnahme. Statistiken zufolge gibt es etwa 60.000 HIV- und AIDS-Patienten in Nepal. Die Dunkelziffer jedoch liegt weit höher.

Um der Armut und ihren Folgen entgegenzuwirken, wird vermehrt auf Bildung und Ausbildung gesetzt. Noch sind etwa 50 Prozent der über 14-Jährigen Analphabeten, auf dem Land können lediglich zwei Prozent der Frauen lesen.

Anfang Dezember 2006 war GSK-Mitarbeiterin Claudia Kubacki in Kathmandu, um sich vor Ort ein Bild vom Leben in den nepalesischen Foster Homes zu machen. Ein Erlebnisbericht.

„Freude, Unsicherheit und Stolz – ein Wechselbad der Gefühle, das ich bei meinem Besuch in Kathmandu erlebt habe.

Zusammen mit Sabine Jahn von der Deutschen AIDS-Stiftung durfte ich drei Tage lang hautnah erleben, wie es den Kindern ergeht, die in den Foster Homes eine neue Heimat gefunden haben. Der Empfang der fremden Besucher fällt überaus herzlich aus, die Kinder überreichen uns Blumen und betrachten uns mit großen neugierigen Augen. Ab und an huscht einem ein Lächeln über das Gesicht, die meisten schauen aber ziemlich ernst drein.

Radika, die Pflegemutter, lädt uns ein, die Wohnungen zu besichtigen. Zwei Zimmer für zehn Kinder. Vier Betten stehen im Zimmer, die Zudecken sauber zusammengelegt auf einem Stapel in der Ecke, an der Wand steht ein offenes Regal, in dem die Kleidung der Kinder untergebracht ist. „Wie viele Kinder schlafen denn hier?“, frage ich. Eines der Kinder antwortet: „Acht.“ „Die Kleineren schlafen zu zweit in einem Bett“, erklärt mir die Pflegemutter.

Wir gehen weiter, werfen einen Blick in Küche und Voratskammer, das Bad, das Zimmer der Pflegemutter. Pushpa, die Projektleiterin, erzählt uns von den schulischen Fortschritten der Kinder und von ihren guten Noten. Sechs Tage die Woche sind die Kinder von 9.30 Uhr bis 16 Uhr in der Schule. Morgens machen sie sich gemeinsam fertig, am Nachmittag erledigen sie zusammen ihre Hausaufgaben, am Abend spielen sie im Hof des Haupthauses bis sie müde werden. Ein anstrengender Tag. Aber ihr Lachen verrät, dass die Kinder glücklich sind.

Die drei Tage in Kathmandu waren viel zu kurz. Wenn man mich fragt, was ich mit nach Hause genommen habe? Vor allem den Wunsch, hier noch mehr zu tun. Weil ich weiß, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie dringend gebraucht wird.“

Forschung

Seit 2008 gehört die Unterstützung für die Foster Homes zu „Positive Action“ – im Rahmen dieses internationalen Langzeitprogramms unterstützt GSK weltweit Aufklärungs- und Hilfsprogramme im Kampf gegen AIDS.