Nobelpreis

Fünf Nobelpreise für GlaxoSmithKline-Forscher

1988 

Sir James Whyte Black

Sir James Whyte Black

James Whyte Black wurde 1924 als Sohn eines schottischen Gruben- Managers geboren.

Abgesehen von ein paar Jahren intensiven Studiums der Musik und der Mathematik, verbrachte James seine Schulzeit eher mit Tagträumerei. Doch ein kluger Lehrer erkannte sein großes Talent und schleppte den eher lethargischen James schließlich zu einer Aufnahmeprüfung der St. Andrews-University. Dort erhielt er sogleich ein Stipendium, dass es ihm ermöglichte, trotz finanzieller Engpässe an der renommierten Schule zu studieren.

Erst in diesen Studienjahren wurde seine intellektuelle Neugierde geweckt. "Preise im Grundstudium schienen zu bestätigen, dass ich während einer neu entdeckten Liebes-Affäre mit dem Wissen wohl härter arbeitete als meine Kollegen", reflektiert der Forscher bescheiden.

Nach dem Studium folgten dann unterschiedlichste Lehraufträge, bei denen er auch seine zukünftige Frau kennen lernte. Hilary Vaughan war nach eigenen Worten die beste Studentin die Black je gehabt hatte und blieb ihm nach der Hochzeit ihr Leben lang intellektuelle Antriebskraft.

Nach seiner unbeständigen Lehrzeit zog es Black in die Wirtschaft. Nach einigen Jahren bei I.C.I. fand er eine Stellung bei Smith, Kline & French Laboratories. Später wechselte er für sieben Jahre in die Wellcome Foundation und ist damit der einzige Preisträger, der in beiden Vorläuferfirmen von GlaxoSmithKline arbeitete.

Doch innerlich sein Leben lang zerrissen zwischen kommerziellen Bedürfnissen und persönlichen, wissenschaftlichen Ambitionen suchte James trotz größter Unterstützung der Wellcome Foundation bald wieder einen neuen Lebensinhalt. Er wechselte zurück an den Lehrstuhl, diesmal an das hervorragende Kings College, Cambridge. Später wurde er Rektor der Dundee-Universität in Schottland und 1981 zum Ritter geschlagen.

1988 erhielt Sir James Whyte Black den Nobelpreis "für seine wegweisenden Entdeckungen wichtiger biochemischer Prinzipien der Arzneimitteltherapie" gemeinsam mit Gertrude Belle Elion und George Herbert Hitchings.

1988 

George H. Hitchings

George H. Hitchings

George Herbert Hitchings wurde 1905 als Sohn des Schiffsbauers George H. Hitchings Senior geboren. Als der hochbegabte George zwölf Jahre alt war, wurde sein Leben zutiefst erschüttert und die heile Welt zu Hause nahm ein jähes Ende. Sein Vater, die beiden standen sich sehr nah, starb an einer langwierigen Krankheit. Für George ein Moment, der ihm ein Lebensziel geben sollte: Menschen das Leiden zu nehmen und das Leben durch innovative Arzneimittel zu verlängern.

Der Philanthrop absolvierte sein Studium an der University of Washington mit cum laude und erlangte in Harvard 1933 die Doktorwürde. Er fand seine große Liebe Beverly Reimer und neun Jahre später seinen perfekten Job: 1942 wurde er einziger Mitarbeiter und damit Chef der Biochemischen Abteilung bei Glaxo Wellcome. Zusammen mit seinem Team konnte er bald den Kampf gegen Leukämie und Herpes, Malaria undAIDS aufnehmen.

Für seine wegweisenden Entdeckungen wichtiger biochemischer Prinzipien der Arzneimitteltherapie wurde ihm zusammen mit Gertrude Elion und Sir James Whyte Black 1988 der Nobelpreis verliehen. Alle drei arbeiteten für Glaxo Wellcome.

George Herbert Hitchings strahlte über beide Ohren, als er erfuhr, dass er den Nobelpreis erhalten habe. "Meine größte Befriedigung", so der große Forscher, "kommt von der Gewissheit, dass unsere Bemühungen geholfen haben, Leben zu retten und Leiden zu mindern. [...] Ich bin sehr stolz dass ich in gewisser Weise die Hoffnungen meines Vaters erfüllen konnte." Georg H. Hitchings verstarb 1998 im Alter von 93 Jahren.

1988 

Gertrude Elion

1918 als Kind von Einwanderern aus Litauen und Polen, ging es der Familie Elion durch die Weltwirtschaftskrise finanziell sehr schlecht. Für das hochintelligente Mädchen mit dem unstillbaren Wissensdurst kam daher für das Chemie-Studium nur das gebührenfreie Hunter College in Frage. Und weil sich die wirtschaftliche Situation auch nach ihrem Grundstudium nicht gebessert hatte, konnte Gertrude Elion 1937 trotz bester Noten in den bekannten und leider teuren Universitäten nicht weiter studieren. Doch auch die Jobsuche gestaltete sich als schwierig: Frauen wurden bei den erschreckenden Arbeitslosenquoten in Laboratorien damals nicht eingestellt. Ganz nach ihrem Motto "Hab keine Angst vor harter Arbeit, nichts Lohnenswertes kommt von ungefähr", hielt sie sich dennoch mit Klein-Jobs über Wasser und konnte sogar so viel sparen, dass sie sich nach einigen Jahren ihren Traum erfüllte: Als einzige Chemie-Studentin schrieb sie sich bei der New York University ein und erhielt dort 1941 den Abschluss.

Nach dem erfolgreichen Studium war es dann der zweite Weltkrieg, der ihr durch den Chemikermangel zu einem Job verhalf. Und nach einigen Jahren hatte sich das Blatt völlig gewendet. Sie wurde mit Job-Angeboten überschüttet und entschied sich schließlich mit Begeisterung für den Assistentenjob von George Hitchings bei Burrough Wellcome, eine Vorläuferfirma von Glaxo Wellcome. Die beiden Ausnahme-Chemiker waren jahrzehntelang in der Firma ein unschlagbares Team.

George H. Hitchings und Gertrude Elion entwickelten eine Substanz, durch die 40 Prozent der leukämiekranken Kinder geheilt werden konnten. Ganz wie sie es sich immer erträumt hatte, konnte sie so vielen Menschen das Leben retten, denn Ihre Forschung bildet den Grundstein für die heutige Krebs-Therapie.

Fast 45 Patente tragen den Namen der großen Chemikerin und im Laufe ihres Lebens wurden ihr nicht nur der Nobel-Preis, sondern auch 23 Ehrendoktortitel verliehen.

Gertrude Elion verstarb kinderlos im Februar 1999 im Alter von 81 Jahren. Bis zuletzt arbeitete sie als emeritierte Wissenschaftlerin und Beraterin bei Glaxo Wellcome Inc. Sie ist durch ihren starken Willen, ihre Begeisterungsfähigkeit und ihre beispielhafte Forscher-Karriere für viele Wissenschaftler und Frauen weltweit ein großes Vorbild geworden.

1982 

Sir John Vane

Sir John Vane

John Vane wurde 1927 in Tardebigg, England, geboren. Sein Vater war Sohn russischer Emigranten, die Großeltern mütterlicherseits waren in der Landwirtschaft tätig. Erst fünf Jahre alt, kam John bereits zur Schule. Mit zwölf Jahren bekam er einen Chemiebaukasten von seinen Eltern zu Weihnachten geschenkt. Aber die Freude über die Experimentierfreudigkeit ihres Jungen sollte bald ein abruptes Ende haben: John unterschätzte die Explosivität eines Versuchsansatzes, und innerhalb von Sekunden wandelte sich die Wandfarbe der elterlichen Küche, die er als Labor zweckentfremdet hatte, von blau in ein schmutziges grün. Kurz entschlossen baute Vater Vane für seinen Sohn eine Labor-Holzhütte im Garten, immerhin mit Gas-, Wasser- und Stromanschluss ausgestattet.

Das Chemiestudium war vergleichsweise langweilig für ihn. Die wissenschaftliche Neugier seiner Hochschullehrer in Birmingham schien sich auf Ausbeuteberechnungen chemischer Synthesen zu beschränken. Erst der Wechsel zur Universität in Oxford brachte die wissenschaftliche Herausforderung, die er suchte. Schwerpunkt war die Prostaglandinforschung, hormonähnliche Substanzen mit vielfältigen Funktionen im Organismus. John Vane und seine Kollegen fanden heraus, dass Aspirin Schmerzen lindert, indem es die Produktion bestimmter Prostaglandine blockiert. 1973 wurde Prof. Vane Forschungsdirektor der Wellcome Foundation. Unter seiner Leitung wurde eine Reihe neuer Medikamente entwickelt, darunter das vasoaktive Flolan (in Deutschland nie vermarktet), das erstmals eine wirksame Behandlung des Lungenbluthochdrucks ermöglichte. Den Nobelpreis für Medizin und Physiologie erhielt er 1982 zusammen mit Sune Bergström und Bengt Samuelsson für die Entdeckung der Funktionsweise von Aspirin. Sir John Vane ist am 19. November 2004 im Alter von 77 Jahren verstorben.

1936 

Sir Henry Dale

Sir Henry Dale

Sir Henry Dale wurde 1875 in London geboren. Das Leben von Sir Henry Dale ist eine scheinbar reibungslose Erfolgsgeschichte:

Er studierte in Cambridge, der wohl besten naturwissenschaftlichen Universität Englands. Das weiterführende Studium absolvierte er ebenfalls in Cambridge mit Hilfe von Stipendien und Preisen. Nach dem Studium arbeitete er im St. Bartholome-Krankenhaus in London. Nach kurzer Zeit erfolgte ein Jobangebot der Wellcome Physiological Research Laboratories, dem Vorläufer von Glaxo Wellcome. Schon zwei Jahre danach erfolgte die Beförderung zum Direktor. Acht Jahre später wechselte Henry Dale zum Nationalen Institut für medizinische Forschung in London. Etwa eine Dekade danach wurde er zum Direktor befördert und 1932 zum Ritter geschlagen.

Für seine Entdeckungen bei der chemischen Übertragung der Nervenimpulse erhielt Sir Henry Dale 1936 den Nobelpreis, 1944 den Verdienstorden und über zwanzig Ehrendoktorwürden sowie eine Vielzahl von anderen Auszeichnungen. Er wurde Präsident der berühmten Royal Society in London. Sir Henry Dale's Tochter heiratete Lord Todd, der ebenfalls einen Nobelpreis erhielt.

Die Forschung von Sir Henry Dale hat vielen Menschen das Leben mit Allergien erleichtert. Er wies als erster nach, dass bei einer allergischen Reaktion das Gewebshormon Histamin freigesetzt wird - eine Revolution für die Allergieforschung.

Sir Henry Dale verstarb 1968 im Alter von 93 Jahren.

Clinical Trial Register

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Transparenz bei klinischen Studien

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