Pharmafirmen erstellen Zukunftspapier zum Gesundheitswesen
Nach der Reform ist vor der Reform. Diese Erfahrung ermutigte eine Arbeitsgruppe führender forschender Arzneimittelhersteller unter Beteiligung von GSK, Eckpunkte zur Zukunft des deutschen Gesundheitswesens vorzulegen und damit den Reformprozess konstruktiv zu begleiten. Ausgangspunkt für die Überlegungen war die Erkenntnis, dass in einem künftigen Gesundheitssystem die Versicherten und Patienten wieder im Mittelpunkt stehen sollen. Die Qualität der Versorgung müsse das höchstrangige Ziel sein. Dafür sei es notwendig, dass auch in Zukunft der medizinische Fortschritt durch innovative Produkte allen Patienten zur Verfügung steht.
Aber wie ist dieses anspruchsvolle Ziel zu erreichen? Zunächst müsste in der Gesetzlichen Krankenversicherung mehr echter Wettbewerb auf allen Ebenen eingeführt werden. Denn nur dann ist eine effiziente Verwendung der Beitragsgelder zu gewährleisten. Dafür muss dem Bürger aber auch stärker als bisher zugetraut werden, mehr Verantwortung für sich selbst in der Krankenversicherung und Gesundheitsversorgung zu übernehmen.
Krankenkassen erhalten Spielräume für mehr Wettbewerb sowohl durch Beiträge als auch durch differenzierte Leistungen. Gesetzliche Krankenkassen garantieren die Gesundheitsversorgung für alle im Rahmen eines Basisleistungskataloges, der durch einen gesellschaftlichen Konsens getragen wird. Die Kriterien und Prozesse zur Festlegung des medizinischen Standards müssen von der Politik offen gelegt und demokratisch durch das Parlament legitimiert sein. Der Basisleistungskatalog sollte innovationsoffen ausgestaltet sein und ist dynamisch anzupassen, damit jedem Versicherten der Zugang zu innovativen Arzneimitteln und Behandlungsverfahren garantiert werden kann. Krankenkassen können über den Basisleistungskatalog hinaus den Spielraum für Leistungserweiterungen nutzen.
Im Arzneimittelmarkt kann auf die meisten zentralen oder regionalen Reglementierungen verzichtet werden, wenn der Wettbewerb für eine qualitativ hochwertige und innovative Gesundheitsversorgung stattfindet. Preisregelungen wie Zwangsrabatte und Festbeträge, sowie Richtgrößen und Wirtschaftlichkeitsprüfungen der Ärzte stehen Einzelverträgen zwischen Krankenkassen und Arzneimittelherstellern im Wege. Ärzte und Apotheker sollten wieder die Verantwortung für die Qualität bei Arzneimittelversorgung übernehmen; die wirtschaftliche Verantwortung sollte allein bei den Krankenkassen liegen.
Die Informationsmöglichkeiten und Anreizsysteme für Patienten müssen auf allen Ebenen verbessert werden. Versicherte und Patienten sollten die Möglichkeit erhalten, Informationen über Arzneimittel und Impfstoffe beim Hersteller selbst einzuholen. Die gesetzlichen Vorschriften sind so zu ändern, dass ein offener Informationsaustausch zwischen Hersteller und Patienten hergestellt werden kann.
Das Zukunftspapier steht zum Herunterladen auf der Unternehmens-Website zur Verfügung: http://www.glaxosmithkline.de/html/gesundheitspolitik/zukunftspapier.html
Was ist eine klinische Studie?



