Urologie-Woche 2011 - Der Prostata mehr Aufmerksamkeit widmen

Mehr als die Hälfte aller Männer über 50 Jahre hat Probleme mit der Prostata. Doch trotz der Beschwerden schieben viele einen Besuch beim Urologen lange auf. Eine gute Vorsorge im Bereich der Prostata ist jedoch sehr wichtig, denn dadurch können Erkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt oder sogar ganz verhindert werden. Aus diesem Grund veranstaltet die Europäische Gesellschaft für Urologie (European Association of Urology, kurz EAU) auch in diesem Jahr wieder eine europaweite Urology Week. Oberstes Ziel dieser vom 12. bis 16. September stattfindenden Woche der Prostata-Gesundheit ist es, in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für Prostataerkrankungen zu stärken. [www.urologyweek.org]
Die Gründe für die Scheu vor dem Urologen sind zahlreich: Viele Männer glauben, dass ihre Symptome lediglich beginnende Alterserscheinungen sind. Andere fürchten hingegen eine schwerwiegende Diagnose wie z.B. Prostatakrebs oder haben Angst vor den Untersuchungsmethoden des Urologen. Auch eine gewisse Scham für ihre Beschwerden kann dazu führen, dass Männer den Urologen gar nicht erst aufsuchen oder einen Besuch lange aufschieben. Vielen Männern ist nicht bewusst, dass ihre Beschwerden oft auch von einer gutartigen Vergrößerung der Prostata kommen könnten, der Benignen Prostatahyperplasie (BPH). Diese kann in einem schonenden Untersuchungsverfahren, der rektalen Tastuntersuchung, festgestellt und mittlerweile gut behandelt werden.
Dabei ist die BPH weit verbreitet: Bei vielen Männern kann sie ab etwa dem 45. Lebensjahr auftreten und mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer behandlungsbedürftigen BPH stetig an. Ab etwa dem 60. Lebensjahr ist rund die Hälfte aller Männer betroffen, ab dem 85. Lebensjahr sogar bis zu 90 Prozent.
Eine BPH kann, abhängig von der Wachstumsrichtung der Prostata, entweder zu einer Verengung der Harnröhre und/oder zur Einschränkung des Fassungsvermögens der Harnblase führen. Das Ausmaß der Beschwerden ist vom Schweregrad der BPH abhängig. Typisch sind unter anderem:
- Häufigerer Harndrang, auch in der Nacht
- Schwächer werdender Harnstrahl
- Anstrengende Blasenentleerung
- Nachtröpfeln
- Unvollständige Entleerung der Harnblase
Diese Symptome sind für die Patienten störend und können ihre Lebensqualität stark einschränken. Aber auch die Angehörigen leiden unter der Erkrankung. So kann z.B. durch das häufige nächtliche Aufstehen aufgrund des Harndrangs auch die Nachtruhe des Partners regelmäßig empfindlich gestört werden. Deshalb klagen sowohl die Patienten als auch deren Partner häufig über Tagesmüdigkeit, die zu Konzentrationsschwäche führen kann.
Therapiemöglichkeiten der BPH
Mittlerweile ist die BPH im Allgemeinen sehr gut behandelbar. Oftmals kann es sinnvoll sein, schon frühzeitig Medikamente einzusetzen. Dem behandelnden Urologen stehen dabei verschiedene medikamentöse Therapieoptionen zur Verfügung: Durch Wirkstoffe, die eine muskelentspannende Wirkung erzeugen, kann eine schnelle Symptomlinderung erreicht werden. Andere Substanzen wirken mittel- und langfristig auf die Ursache der Erkrankung, also die Vergrößerung der Prostata. Bereits bei moderaten Symptomen ist es möglich, diese beiden verschiedenen Wirksubstanzen gemeinsam zu verabreichen. Eine Verbesserung der Lebensqualität der Patienten ist damit auch langfristig möglich.
Neben der BPH gibt es auch bösartige Erkrankungen der Prostata, wie beispielsweise die Entwicklung eines Prostatakrebses. An dieser Krebsart erkranken allein in Deutschland fast 70.000 Männer pro Jahr, etwa 12.000 sterben daran. Damit gehört das Prostatakarzinom zu den häufigsten Krebsarten bei Männern.
Info-Portal rund um Prostata und Männergesundheit
Mehr Informationen rund um die Prostata gibt es auf dem von GlaxoSmithKline zur Verfügung gestellten Portal www.prostata-info.de.
Das kürzlich komplett überarbeitete Portal bietet Männern und allen weiteren Interessierten die Möglichkeit, sich ausführlich über die Prostata, BPH und ihre Therapiemöglichkeiten sowie weitere Männerkrankheiten zu informieren. Erläuterungen zu den Untersuchungsmethoden des Urologen sollen Männern außerdem die Angst vor dem Arztbesuch nehmen und sie damit zu einer gründlichen Vorsorge bewegen. Darüber hinaus finden sich im Portal Tipps zu Gesundheitsvorsorge, Ernährung und Sport, eine Linksammlung zu Themen wie Selbsthilfe und Therapie sowie ein Download-Bereich. Hier kann z.B. der IPSS-Fragebogen („Internationaler Prostata-Symptomen-Score“) heruntergeladen werden - ein Hilfsmittel zur Selbsteinschätzung behandlungsbedürftiger Prostatasymptome. Zum Portal geht es hier.
Was ist eine klinische Studie?





