Woche der Prostata-Gesundheit

Es sind Zahlen, die zum Handeln auffordern: Jedes Jahr erkranken in Europa etwa 346.000 Männer an Prostatakrebs, davon fast 60.000 in Deutschland. [Quelle: www.krebshilfe.de] Damit stellt er die häufigste Krebsart bei Männern hierzulande dar. Jährlich sterben etwa 11.000 Männer in Deutschland an dieser Krankheit.[Quelle: www.rki.de] Und: Mehr als die Hälfte aller Männer über 50 Jahre hat Probleme mit der Prostata.
Was viele nicht wissen: Eine regelmäßige Vorsorge-Untersuchung beim Urologen kann das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, deutlich reduzieren. Und auch das Risiko einer gutartigen Vergrößerung der Prostata lässt sich durch ärztliche Kontrolle und Behandlung deutlich reduzieren. Viele Männer haben aber Angst vor einem Besuch beim Urologen, auch deshalb, weil sie nicht wissen, was sie dort erwartet. Um das zu ändern, startet die Europäische Gesellschaft für Urologie (European Association of Urology, kurz EAU) am 14. September 2009 eine europaweite „Urologyweek“ – eine Woche der Prostata-Gesundheit.[Quelle: www.urologyweek.org]
Gutartige Vergrößerung der Prostata
Bei vielen Männern vergrößert sich die Prostata etwa ab dem 45. Lebensjahr – in den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine gutartige Vergrößerung, in der Fachsprache Benigne Prostatahyperplasie (BPH) genannt. Zu den typischen Beschwerden zählen: häufigerer Harndrang, auch nachts, und ein schwächer werdender Harnstrahl. Häufig kommt es zu einem Nachtröpfeln und die Harnblase wird nicht vollständig entleert. Diese Symptome sind für den Patienten störend und können sich negativ auf ihr Wohlbefinden auswirken.
Urologische Untersuchung und Bestimmung des PSA-Wertes
Der Urologe kann durch eine schnelle und einfache Untersuchung abklären, ob die Prostata vergrößert ist. Er kann außerdem einen Bluttest machen: Beim so genannten PSA-Test wird ein prostataspezifisches Antigen bestimmt – erhöhte Werte können auf einen Tumor hindeuten, sie können aber auch andere Ursachen wie eine Vergrößerung der Prostata oder eine Prostata-Entzündung haben.
Auch bei einer BPH kann es sinnvoll sein, schon frühzeitig Medikamente einzusetzen. Bereits bei moderaten Symptomen der BPH können beispielsweise so genannte 5-Alpha-Reduktasehemmer (5-ARI) verabreicht werden, die das Volumen der Prostata um fast 30 Prozent verringern können. So kann das Fortschreiten der Krankheit frühzeitig gehemmt werden.
Kombination von verschiedenen BPH-Medikamenten
Noch bessere Ergebnisse kann die gemeinsame Einnahme zweier verschiedener Wirksubstanzen erzielen. Voraussichtlich 2010 kommt ein Kombinationspräparat aus einem 5-ARI und einem so genannten Alphablocker auf den Markt. Wissenschaftliche Studien haben hier gezeigt: Die Symptome der BPH können noch stärker reduziert werden, da der Patient von beiden Substanzen profitiert. Der Alphablocker sorgt für eine schnelle Symptomlinderung, der 5-ARI wirkt langfristig auf die Ursache der Erkrankung, also der Vergrößerung der Prostata. Eine Verbesserung der Lebensqualität der Patienten erscheint damit langfristig möglich.
Prävention von Prostatakrebs
Der Frage, ob 5-ARIs auch das Risiko vermindern können, dass sich ein Prostatakrebs entwickelt, geht aktuell eine weltweite wissenschaftliche Studie mit über 8.000 Männern nach. Die Publikation hierzu wird Ende des Jahres erwartet. Die Krebs-Vorsorgeuntersuchung wird für Männer ab 45 Jahren einmal jährlich empfohlen und von der Krankenkasse bezahlt.
Was ist eine klinische Studie?



