11. Deutscher Lungentag am 27. September
In diesem Jahr steht der Deutsche Lungentag am 27. September unter dem Motto „Reine Luft – gesunde Lunge“. Am 11. Deutschen Lungentag werden vom Verein Deutscher Lungentag e.V. an etwa 2.000 Orten in Deutschland Veranstaltungen rund um das Thema Atemwegserkrankungen organisiert (http://www.lungentag.de/). GlaxoSmithKline ist Mitglied des Fördervereins der Deutschen Atemwegsliga, die den Deutschen Lungentag bei der Planung und Organisation unterstützen.
Aufgabe der Lunge ist der Gasaustausch zwischen eingeatmeter Luft und dem Blut über die Lungenbläschen, die so genannten Alveolen. Jeder Lungenflügel enthält etwa 300 Millionen Lungenbläschen, die die innere Lungenoberfläche für den Gasaustausch auf 120 m² vergrößern.
Die Eiserne Lunge wurde um 1920 zur Beatmung lungenkranker Patienten entwickelt. Dabei lag der Körper des Patienten bis zum Hals in einem Hohlzylinder. Das Gerät schloss am Hals luftdicht ab und erzeugte einen Unterdruck, so dass Außenluft durch den Mund des Patienten in die Lungen gesogen wurde. Die Ausatmung erfolgte durch den Aufbau von Überdruck. Eiserne Lungen kamen früher vor allem bei an Kinderlähmung (Polio) Erkrankten zum Einsatz. Bei Polio kann es zu einer Lähmung der Muskeln einschließlich der Atemmuskulatur und des Zwerchfells kommen, so dass Atemstillstand die Folge wäre, wenn der Patient nicht beatmet wird. Heute gibt es eine effektive Impfung gegen Kinderlähmung und die Erkrankung ist in Europa so gut wie ausgerottet. Die Gefahr einer Infektion mit dem Poliovirus besteht jedoch noch in Ländern wie Nigeria, Indien, Pakistan und Afghanistan.
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (Abk. COPD von engl. Chronic Obstructive Pulmonary Disease) wird charakterisiert durch eine Entzündung in den Schleimhäuten der Lunge, welche die Bronchien und Lungenbläschen verengt. Dies führt häufig zu Atemnot – das Ein- und Ausatmen wird erschwert (Obstruktion). Wichtigster Risikofaktor für die Erkrankung ist das Rauchen. Experten gehen davon aus, dass die Erkrankung bis zum Jahr 2020 vermutlich den dritten Platz der häufigsten Todesursachen weltweit belegen wird. Der Beginn der COPD ist schleichend. Klassische Symptome sind Husten, Auswurf und Atemnot – was häufig zu Beginn als banaler „Raucherhusten“ abgetan wird. Wenn man einmal an einer COPD erkrankt ist, bleibt sie jedoch lebenslang bestehen, ist also nicht heilbar. Neben der Lunge werden auch weitere Organe in Mitleidenschaft gezogen. So hat die Erkrankung unter anderem Auswirkungen auf das Herz, die Muskulatur, den Stoffwechsel, die Psyche und den Knochenstoffwechsel. Durch eine frühzeitige Diagnose und entsprechende medikamentöse Therapie kann der Verlust der Lungenfunktion und das Auftreten von Exazerbationen (dramatische Verschlechterung des Zustands) reduziert werden, wodurch sich die Lebensqualität der Betroffenen verbessern kann.
Asthma bronchiale ist eine chronische Atemwegserkrankung, an der in Deutschland etwa fünf Prozent der Erwachsenen und bis zu zehn Prozent aller Kinder leiden. Der Erkrankung liegt eine Entzündung und Überempfindlichkeit der Atemwege zugrunde. Asthma äußert sich in keuchendem Atem, Husten oder auch Kurzatmigkeit, was die körperliche Leistungsfähgikeit beeinträchtigen kann. Im schlimmsten Fall erleidet der Patient einen Asthma-Anfall. Durch eine optimale, umfassende Behandlung kann Asthma-Kontrolle erreicht werden. Hierzu gehört neben einer angemessenen medikamentösen Therapie die Vermeidung von Auslösern der Beschwerden (z. B. allergische und chemische Reize). Zu den nichtmedikamentösen therapeutischen Möglichkeiten zählen die spezifische Hyposensibilisierung, Physiotherapie oder Atemgymnastik. Der Grad der Asthma-Kontrolle kann mit Hilfe des so genannten Asthmakontrolltests ACT™ (www.asthmakontrolltest.de) gemessen werden. Der Patient füllt den Fragebogen aus und schätzt anhand Symptomatik oder Gebrauch von Bedarfsmedikation seine Asthma-Kontrolle selbst ein, was den Arzt dann bei der klinischen Bewertung unterstützt.
Zu den seltenen Erkrankungen werden alle Krankheitsbilder gezählt, bei denen es weniger als fünf Betroffene unter 10.000 Menschen gibt. Für Deutschland heißt dies, dass nicht mehr als 40.000 Menschen von dieser Erkrankung betroffen sind. Dennoch verlaufen diese Krankheiten oft schwer und enden zum Teil tödlich. Dies hat sie auch in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses gerückt. Zu den seltenen Lungenerkrankungen gehören beispielsweise die Mukoviszidose (Zystische Fibrose, CF) und die Pulmonal arterielle Hypertonie (Lungenhochdruck, PAH).
Die Pulmonal arterielle Hypertonie (PAH) betrifft ungefähr 2.000 bis 3.000 Menschen in Deutschland. Jährlich steigt die Zahl um 150 bis 200 neue Fälle. Ohne Behandlung führt der Lungenhochdruck schnell zum Tod. Im Verlauf der PAH kommt es zu strukturellen Veränderungen und einer Verengung der Lungengefäße. Dies führt zu einem erhöhten Druck in den Lungenarterien. Weil das Herz gegen diesen hohen Druck anpumpen muss, werden die Patienten immer anfälliger und kurzatmiger. Letztendlich versterben PAH-Patienten an Rechtsherzversagen. Die Krankheit kann sich in jedem Alter manifestieren, auch junge Menschen können betroffen sein. In der Vergangenheit gab es kaum Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit PAH. Bis Anfang der 1990er Jahre hatte man nach der Diagnose PAH eine mittlere Lebenserwartung von nur noch 2,8 Jahren. Durch verbesserte Diagnose- und Behandlungsmethoden haben sich aber jetzt die Überlebensraten erhöht. Mittlerweile sind gezielt Substanzgruppen entwickelt worden, deren gute Wirksamkeit dazu beiträgt, zusätzlich zur Überlebenszeit auch die Lebensqualität günstig zu beeinflussen. Dazu gehören die so genannten Endothelin-Rezeptor-Antagonisten (ERA).
Die Mukoviszidose oder zystische Fibrose ist eine genetisch bedingte, angeborene Stoffwechselerkrankung. Bei Menschen mit dieser Erkrankung ist die Zusammensetzung diverser Sekrete verändert. In der Lunge kommt es beispielsweise durch den zähflüssigen Schleim zu chronischem Husten, wiederkehrenden Lungeninfekten und schweren Lungenentzündungen. Das zähe Sekret kann nur schwer abtransportiert werden und stellt einen guten Nährboden für Krankheitserreger dar. Die Lebenserwartung für Menschen mit Mukoviszidose liegt bei etwa 25 bis 45 Jahren.
Die Lungenfische mit sechs Arten in Afrika, Südamerika und Australien haben nicht nur Kiemen wie alle anderen Fische, sondern verfügen außerdem über eine einfach gebaute Lunge. Lungenfische gab es schon vor den Dinosauriern und durch ihre Besonderheit haben sie bis heute überlebt. Man nennt sie deshalb „lebende Fossilien". Die Lungenfische können nicht nur Luft atmen, sondern auch auf ihren paddelartigen Flossen von einem Tümpel zum nächsten kriechen oder sich im Schlamm verkapseln – und so Trockenperioden überdauern. Einige Arten sind sogar auf Luftatmung angewiesen und würden im Wasser ertrinken.