Dauerausstellung würdigt Lingners Wirken
Das Impfstoffwerk von GlaxoSmithKline Biologicals in Dresden feiert dieses Jahr 100-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass übergab das Unternehmen im vergangenen Herbst 150.000 Euro an den Förderverein zum Wiederaufbau des Lingnerschlosses, um damit das ehemalige Lingnersche Speisezimmer restaurieren zu können. In der Folge wird am Mittwoch dieser Woche in seinem 150. Geburtsjahr eine kleine Dauerausstellung zu Karl August Lingner im Lingnerschloss eröffnet, die direkt in seiner ehemaligen Wohnstätte einen anschaulichen Einblick in das Leben und Wirken des Dresdner Ehrenbürgers gewährt.
Ein Teil dieser Ausstellung widmet sich dem Sächsischen Serumwerk, das Lingner zunächst als Abteilung innerhalb seiner Lingner-Werke etablierte und 1911 als eigenständige Gesellschaft (GmbH) registrieren ließ. Infolge der schweren Zerstörungen im Februar 1945 verfügt das Werk über keine physischen Erinnerungsstücke aus seiner Anfangszeit, doch vermitteln alte Fotografien einen guten Eindruck. Ausgestelltes historisches und aktuelles Saatvirusmaterial für die Herstellung von Grippeimpfstoff sowie Impfstoffmuster aus der aktuellen Produktpalette von GlaxoSmithKline unterstreichen die heutige Ausrichtung des Unternehmens als führender Impfstoffhersteller.
Eine 100-jährige Geschichte
Am 17. Oktober 1911 wurde das Sächsische Serumwerk und Institut für Bakteriotherapie als Gesellschaft im Handelsregister beim Amtsgericht Dresden eingetragen. Bereits 1903 richtete der Dresdener Industrielle Karl August Lingner eine bakteriologische Abteilung innerhalb der „Dresdner Chemische Laboratorium Lingner GmbH“ ein – die Keimzelle des heutigen Werks. Lingner war außerdem Erfinder des Mundwassers „Odol“, heute ebenfalls ein Produkt des Hauses GlaxoSmithKline.1936 umfasste das Sortiment bereits 90 Präparate in den Sparten Impfstoffe, antitoxische Seren, Arzneimittel und diagnostische Tests. Im zweiten Weltkrieg wurde das in der Dresdener Innenstadt gelegene Werk schwer beschädigt. Trotzdem gelang es, die Produktion dringend benötigter Arzneimittel binnen weniger Wochen wieder aufzunehmen. Im Jahr 1972 verstaatlicht, war das Sächsische Serumwerk als Einrichtung des Ministeriums für Gesundheitswesen wichtigster Anbieter von Impfstoffen in der DDR. Als Grippeimpfstoffspezialist erregte es nach dem gesellschaftlichen Umbruch das Interesse des britischen Arzneimittelherstellers SmithKline Beecham, der das Werk 1992 übernahm und durch massive Investitionen international wettbewerbsfähig machte.
Weitere Informationen unter: www.lingnerjahr.de
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