Welt-Hepatitis-Tag am 19. Mai
Schutz gegen Hepatitis – beim Kurztrip und auf Fernreisen!

Welt-Hepatitis-Tag

Hotel gebucht, Reiseführer besorgt, Koffer gepackt ... Doch wie sieht es mit dem Impfschutz aus? Viele Menschen vergessen bei ihrer Urlaubsplanung, dem Risiko einer ernsten Erkrankung vorzubeugen – das brachte eine Befragung unter mehr als 8.000 Touristen zutage. Ganz oben auf der Liste der häufigsten Infektionskrankheiten unter Reisenden, die durch eine Impfung verhindert werden können, stehen Hepatitis A und B. Die World Hepatitis Alliance (WHA) hat den Welt-Hepatitis-Tag am 19. Mai 2010 unter das Motto „Das ist Hepatitis ..." gestellt. Der Welt-Hepatitis-Tag verfolgt das Ziel der globalen Sensibilisierung der Bevölkerung und zur Ermutigung von Prävention, Diagnose und Behandlung der Hepatitis. Die wichtigsten Fragen zum Thema „Schutz gegen Hepatitis – beim Kurztrip und auf Fernreisen“ beantworten wir Ihnen hier.

Was ist eine Hepatitis?

Die Hepatitis ist eine entzündliche Erkrankung der Leber. Es gibt Hepatitis-Erkrankungen, die durch Viren übertragen werden. Die Symptome sind Appetitverlust, Fieber, Unwohlsein, Übelkeit und schließlich Gelbsucht, eine Gelbfärbung von Haut und Augäpfeln. Die Gelbsucht entsteht, weil Gallenfarbstoffe aufgrund einer Schädigung der Leber nicht mehr aus dem Blut entfernt werden können und sich in Haut und Augen ablagern. Man unterscheidet hierbei Hepatitis A, B, C, D und E. Zwei Formen sind durch eine Impfung vermeidbar: Die Hepatitis A und die Hepatitis B.

Welches sind die Übertragungswege von Hepatitis A und B?

Die Hepatitis A wird über verunreinigte Nahrungsmittel oder Wasser übertragen. In Gegenden mit erhöhter Krankheitshäufigkeit sind daher ungeschältes Obst, ungekochte Speisen oder Eiswürfel in Kaltgetränken potentielle Ansteckungsquellen.
Die Infektion mit Hepatitis B erfolgt dagegen über kleinste Mengen Blut oder andere Körperflüssigkeiten. Die häufigsten Übertragungswege sind ungeschützter Geschlechtsverkehr, operative Eingriffe und enger Kontakt zu Virusträgern.

Wie hoch ist das Hepatitis-Risiko im Urlaub?

Das Risiko, an Hepatitis A oder B zu erkranken, wird von den gemäßigten Zonen bis hin zu den Tropen immer höher. Auch im gesamten Mittelmeerraum – dem liebsten Reiseziel der Deutschen – besteht ein nicht zu unterschätzendes Infektionsrisiko. Für die Hepatitis A ist es regional sogar hoch! Erst im März dieses Jahres kam es in Südwest-Frankreich zu einem Hepatitis-A-Ausbruch mit mehr als 50 Erkrankten! Die Infektionsquelle: getrocknete Tomaten aus der Türkei. Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt daher allen Reisenden in den mediterranen Raum die Schutzimpfung gegen Hepatitis A und B. Denn eine Hepatitis ist keine Lappalie: bei etwa jeder zehnten Hepatitis-B-Infektion kommt es zu einem chronischen Verlauf, der nach Jahren eine Leberzirrhose (Schrumpfleber) oder Leberkrebs zur Folge haben kann.

Was ist so gefährlich an einer Hepatitis-Infektion?

Auch hier muss wieder zwischen Hepatitis A und B unterschieden werden: Die Leberentzündung, die durch Hepatitis-A-Viren ausgelöst wird, heilt vollständig aus. Allerdings kann es bei älteren Menschen und bei Personen mit einer Vorerkrankung der Leber zu schweren, u.U. auch tödlichen Verläufen kommen.
Jede zehnte Hepatitis-B-Infektion beim Erwachsenen verläuft dagegen chronisch. Diese Menschen tragen das Virus dauerhaft in sich. Es vermehrt sich in der Leber und kann zum Versagen des Organs führen. Außerdem haben chronische Patienten ein hohes Risiko für Leberkrebs. Erfolgt die Ansteckung bereits im Säuglingsalter, liegt das Risiko einer Chronifizierung bei bis zu 90 Prozent.

Wie viel Zeit sollte zwischen der Hepatitis-Impfung und dem Reiseantritt mindestens liegen?

Die komplette Grundimmunisierung geht über mindestens 6 Monate. Die erste Injektion sollte spätestens sechs Wochen vor Reiseantritt erfolgen. Die Impfung gegen Hepatitis A und B ist sowohl mit Einzelimpfstoffen als auch mit einem Kombinationsimpfstoff möglich.

In welchen Ländern ist noch auf ein Hepatitis-Risiko zu achten?

Generell gilt: Je weiter Sie sich den Tropen nähern, desto höher ist das Hepatitis-Risiko. In allen Mittelmeerländern außer Frankreich – also neben Italien auch in Spanien, Kroatien, Griechenland, der Türkei sowie den nordafrikanischen Ländern – besteht bereits ein ernst zu nehmendes Hepatitis-Risiko. Auch die osteuropäischen Länder gehören zu den Risiko-Gebieten. Wenn Sie eine Reise in diese Gegenden planen, sollten Sie sich unbedingt von Ihrem Arzt beraten lassen und mit einer Impfung vorbeugen!

Mein Arzt hat mir eine Hepatitis-Impfung empfohlen, dabei will ich doch nur nach Italien. Ist das nicht übertrieben?

Nein, denn im gesamten Mittelmeerraum besteht das Risiko für eine Leberentzündung durch Hepatitis-A- und -B-Infektion – für die Hepatitis A ist es regional sogar hoch: Eine Studie, bei der in fünf süditalienischen Städten Muscheln eingekauft und untersucht wurden, brachte zutage, dass mehr als jede dritte Muschel Genmaterial des Hepatitis-A-Virus enthielt! Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt daher allen Reisenden in den mediterranen Raum die Impfung gegen Hepatitis A – bei längerem Aufenthalt oder engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung zusätzlich auch die Impfung gegen Hepatitis B.

Fit-For-Travel

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für Reiseimpfungen?

Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für alle wichtigen Reiseimpfungen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Kasse, inwieweit sie sich an den Kosten beteiligt, oder schauen Sie im Internet nach: Unter www.fit-for-travel.de finden Sie eine Liste der Krankenkassen, die die Kosten entweder ganz oder teilweise erstatten.

Erst zum Arzt, dann auf Fernreise – Wo finde ich reisemedizinisch fortgebildete Ärzte?

Vor Fernreisen ist eine reisemedizinische Beratung sinnvoll – am besten bei einem entsprechend fortgebildeten Arzt. Denn wenn es etwa nach Zentral-Afrika, Lateinamerika oder Südost-Asien geht, können noch weitere Impfungen notwendig sein. Und auch andere vorbeugende Maßnahmen, wie etwa die Malaria-Prophylaxe, schützen Reisende vor dem Urlaub im Krankenbett. Sowohl die Internetseite des Centrums für Reisemedizin – www.crm.de – als auch die Seite www.fit-for-travel.de bieten eine Postleitzahlen-Suche, über die Sie einen reisemedizinisch fortgebildeten Arzt in Ihrer Nähe finden können.

iPhone Applikation

Informationen zur Reisemedizin: Im Internet oder mobil als App

Der reisemedizinische Infoservice „Fit for Travel“ bietet täglich aktualisierte Ländermeldungen wie Krankheitsausbrüche, Klimabedingungen und Gesundheitsrisiken sowie die Impf- und Malariaempfehlungen zu über 300 Reisezielen. Darüber hinaus können Sie online nach reisemedizinisch fortgebildeten Ärzten suchen oder einen Service nutzen, der Sie an wichtige Impftermine erinnert.
Das Angebot finden Sie

 

 

Weitere Informationen zum Welt-Hepatitis-Tag am 19. Mai unter: http://www.leberhilfe.org/termine-ausgabe/items/welt-hepatitis-tag-2010-das-ist-hepatitis.html

 

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