Biopharmazeutische Forschung bei GlaxoSmithKline

Ob Millionen von Diabetikern oder Tausende Leukämie-Erkrankte: Weltweit kann vielen Patienten mit biotechnologisch hergestellten Medikamenten geholfen werden. Was ist das Besondere an diesen so genannten „Biopharmazeutika“? Was sind ihre Vorteile? Wir fragen hierzu Dr. Jim Faulkner von der Biopharmazeutika-Forschung bei GlaxoSmithKline in Stevenage/England. „Biopharmazeutika werden im Gegensatz zu den klassischen chemischen Wirkstoffen in lebenden Zellen produziert. Sie bestehen in der Regel aus relativ großen Molekülen. Ihre Herstellung ist sehr aufwändig und teuer, aber der therapeutische Einsatzbereich und die Aussicht auf effektive Medikamente sind sehr groß.“
Typische Biopharmazeutika sind zum einen Eiweiße (Proteine) wie Gerinnungs- oder Wachstumsfaktoren, Hormone und Antikörper; zum anderen Nukleinsäuren wie DNA oder RNA. Biopharmazeutische Produkte sind dabei aufgrund ihres Ursprungs aus der lebenden Zelle und ihres langwierigen und kostenintensiven
Unterschiede zwischen Biopharmazeutika und „klassischen“, chemisch hergestellten Arzneimitteln
| Chemisch hergestellte Arzneimittel | Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel |
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Unsere Forscher sind weltweit neuen Therapiemöglichkeiten mit biopharmazeutischen Wirkstoffen auf der Spur − zum Beispiel zur Behandlung von Typ-1- und Typ-2-Diabetes oder bestimmten Bluterkrankungen wie Leukämie, Lupus Erythematodes oder dem Hypereosinophilen Syndrom. Ihr gemeinsames Ziel: Die Lebensqualität von Patienten zu verbessern.
Welche Projekte hat GSK zum Beispiel bei Typ-2-Diabetes in der Pipeline? Hierzu Dr. Andreas Prechtl, Medical Advisor bei GSK Deutschland: „Für den Typ-2-Diabetes haben wir ein Protein in der Entwicklung, das die Funktionsweise eines körpereigenen Stoffes simuliert. Das führt dazu, dass bei Blutzuckeranstieg durch Nahrung aus der Bauchspeicheldrüse ganz physiologisch Insulin ausgeschüttet wird.“
Und beim Diabetes vom Typ 1? Hierzu der GSK-Experte für Autoimmunerkrankungen Dr. Gerald Siu von der Biopharmazeutika-Forschung bei GSK in Stevenage/England. „Zur Therapie des Typ-1-Diabetes untersuchen wir unter anderem einen speziellen monoklonalen Antikörper. Über diesen Wirkansatz besteht die Möglichkeit, den Typ-1-Diabetes an seiner Ursache, der autoimmunen Entzündungsreaktion, zu bekämpfen.“
Die GSK-Forscher arbeiten zudem bereits an der so genannten „zweiten Generation“ von Antikörpern. Was ist darunter zu verstehen? Dr. Faulkner: „Wir forschen sehr intensiv daran, neue Medikamente aus kleinen, therapeutisch aktiven Bruchstücken von Antikörpern zu entwickeln. Diese so genannten „domain antibodies“ sind therapeutisch genauso spezifisch wie die vollständigen Antikörper. Sie können aber zum Beispiel wesentlich einfacher und kostengünstiger hergestellt werden.“
GlaxoSmithKline wird seine Aktivitäten im Bereich Biopharmazeutika in den nächsten Jahren noch weiter ausbauen: Etwa jedes fünfte Forschungsprojekt soll zukünftig ein biopharmazeutischer Wirkstoff sein.
Was ist eine klinische Studie?



